DELMENHORST - Die Straffälligenhilfe der Diakonie im Oldenburger Land wird am kommenden Mittwoch in Berlin mit dem Sozialpreis innovatio 2007 ausgezeichnet. Neben neun anderen sozial-diakonischen Preisträgern aus dem ganzen Bundesgebiet werde die Oldenburger Diakonie für das Projekt Geldverwaltung statt Haftstrafe geehrt, sagte Diakonie-Referent Kai Kupka am Donnerstag. Der Preis ist mit insgesamt 13.000 Euro dotiert und wird von der kirchennahen Versicherung Bruderhilfe gestiftet.
Jährlich werden allein in Niedersachsen rund 4.800 Menschen in Haft genommen, weil sie eine Geldstrafe nicht zahlen können, erläuterte Axel Zuber von der Anlaufstelle für Straffällige in Delmenhorst. Vom Juni 2005 bis Juni 2007 übernahmen die Anlaufstellen in Oldenburg, Wilhelmshaven, Delmenhorst und Göttingen die Geldverwaltung für 95 Verurteilte. Wir haben dafür gesorgt, dass die Raten bezahlt werden, sagte Zuber.
Ein Hafttag in Niedersachsen kostet nach Angaben des Justizministeriums 86,48 Euro. Dank des Projektes habe die Diakonie dem Staat Haftkosten von mehr als 400.000 Euro erspart, betonte Zuber. Bundesweit könnten auf diese Weise Haftkosten von mehr als 100 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. Bisher weigerten sich aber die Justizbehörden, das Projekt mitzufinanzieren.
