DELMENHORST - Mit der Komödie „Oh, düsse Öllern“ startet das Niederdeutsche Theater Delmenhorst an diesem Sonnabend in die neue Spielzeit. Wenn sich um 20 Uhr im Kleinen Haus der Vorhang hebt, steht Hans Rosenboom, der die männliche Hauptrolle spielt, auf doppelte Art und Weise im Rampenlicht: Er kann mit der Premiere zugleich auch sein 50-jähriges Theaterjubiläum feiern.
Rosenboom war 26 Jahre lang Vorsitzender des Theaters. Darüber hinaus stand er immer wieder als Schauspieler auf der Bühne, wobei er heitere Rollen ausfüllte, aber auch im ernsthaften Schauspiel zu überzeugen wusste.
Das Niederdeutsche Theater hat für die neue Spielzeit – wie üblich – drei Inszenierungen vorgesehen. Und zum Auftakt kommt eine fürs Volkstheater eher ungewöhnliche Liebesgeschichte auf die Bühne. Im Wartezimmer eines Arztes treffen Walter Johannsen (Hans Rosenboom) und Liselotte Oelkers (Inge Sachtje) aufeinander und verkürzen sich die Wartezeit mit Gesprächen über ihre Gebrechen – bis sie schließlich Gefallen aneinander finden. Doch ihre Kinder halten nichts von der Liaison und nehmen sich vor, dem Treiben ein Ende zu bereiten.
Zurück bleibt ein unglücklich verliebtes Paar, dem nur noch der Arzt helfen kann. Ob es klappt, steht erst fest, wenn der Vorhang wieder fällt.
Wenn am 11. Januar 2008 die zweite Produktion „Foftein“ Premiere hat, können Heino Brackhahn sein 40-jähriges sowie Ingrid und Dieter Brackhahn ihr 25-jähriges Theaterjubiläum feiern. Die Inszenierung des musikalischen Stücks, das im Hafenmilieu spielt, übernimmt als Gastregisseur Bernd Poppe (Oldenburg), der selbst niederdeutsche Stücke schreibt.
Zum Abschluss der Saison 2007/2008 gibt es „Een Joghurt für twee“, ein englisches Boulevardstück in niederdeutscher Bearbeitung. Die Premiere findet am 15. März statt.
Mit dieser Spielzeit feiert das Niederdeutsche Theater Delmenhorst (NTD) zugleich sein 80-jähriges Bestehen. Mitglieder des „Plattdütschen Vereens“ hatten das Theater 1927 aus der Taufe gehoben. Die Resonanz beim Publikum war von Beginn an sehr gut. Seine Blütezeit erlebte das NTD in den 70er Jahren, als durchschnittlich 22 000 Besucher pro Spielzeit gezählt wurden. Inzwischen hat sich die Frequenz bei etwa 19 000 Zuschauern eingependelt.
Mit Nachwuchsproblemen musste sich das Niederdeutsche Theater bislang nicht herumschlagen. Interessenten haben sich immer wieder gemeldet. Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich: Platt lernt man beim Studium der Rolle, lehrt die Erfahrung.
Infos unter: www.ntd-del.de
