Ganderkesee - Die einen sehen ihn als Sympathieträger und Nutztier, wieder andere fürchten ihn als Zerstörer von Deichen, Baumbeständen und Feldfrüchten: den Biber. Durch den Menschen an den Rand der Existenz gebracht, trat er vor einigen Jahrzehnten den Rückzug in sein angestammtes Reich an. Der Biber war ursprünglich in Europa und weiten Teilen Asiens beheimatet. Aufgrund seines dichten Fells und seines essbaren Fleisches wurde er durch Bejagung in weiten Teilen Europas ausgerottet. Konsequenter Schutz und Auswilderungen im 20. Jahrhundert führten zu einer Erholung der Biberbestände in den letzten Jahrzehnten.
An der Hase bei Lehrte wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität Osnabrück die ersten Biber im Oktober 1990 ausgesetzt. Von dort breiteten sie sich nach und nach an der Hase, der Ems und deren Zuflüssen aus. Wildlifefotograf Dr. Andreas Schüring aus Werlte begleitete die Biber im Emsland jahrelang mit seiner Kamera und verbrachte dabei so manche Nacht im Freien. Seine eindrucksvollen Bilder wird er nun im Rahmen seines regioVHS-Vortrages „Der Emslandbiber“ am 17. September um 19.30 Uhr im Rathaus Ganderkesee vorstellen.
Der Wildlifefotograf spricht an diesem Abend über die Biologie des Nagetieres, seine ökologische Wertigkeit und die wechselvolle Beziehung zum Menschen. Bereits im Januar 2012 hatte Andreas Schüring mit seinem Vortrag über Eulen, „Die lautlosen Jäger der Nacht“, viele Zuschauer begeistert.
Der Biber hat sich in Niedersachsen wieder erfolgreich etabliert. Heute sind die Tiere wieder an der Hase zwischen Herzlake und Meppen, sowie an der Ems zwischen Emsbüren und Sustrum zu finden. Der Bestand hat sich von ursprünglich acht ausgesetzten Tieren auf mittlerweile 177 Biber in 52 Revieren erhöht. „Der Biber ist das größte Nagetier in Deutschland. Auch an der Aller und Leine breitet er sich aus“, erläutert Björn Vosgerau (Gesellschaft der Freunde des Hasbruch). „Auch die Ausbreitung an der Donau ist bereits weit vorangeschritten. Es gibt dort viele angefressene Bäume“, schildert Hartwig Lambracht (Fuhrenkamp-Schutzverein).
„Der Emslandbiber“ ist Teil einer vierteiligen Vortragsreihe über naturkundliche Themen, die vom Naturbündnis Hasbruch gemeinsam mit der regioVHS bereits im vierten Jahr in den Rathäusern Ganderkesee und Hude veranstaltet wird. „Unser Know-how verbindet sich mit dem ehrenamtlichen Engagement der Naturverbände und deren Fachwissen“, freut sich regioVHS-Direktor Rolf Schütze.
Der Eintritt zum Vortrag kostet 3 Euro. Kinder, Jugendliche und Studenten zahlen nichts. Anmeldungen unter
