Viele Denkmäler von Rang hat Varel nicht, deshalb ist der Zuschuss für die Wiederherstellung des Sitzungssaals in seiner historischen Form eine sehr gute Nachricht für den rührigen Förderverein, für die Mitarbeiter des Amtsgerichts (die das Ende einer jahrelangen Baustelle herbeisehnen) und für Varel. Der Saal in seiner historischen Ausgestaltung ist ein einzigartiges Kleinod in der Region, und es ist die erklärte Absicht der Justizverwaltung, dieses Kleinod der Öffentlichkeit auch bei kulturellen Veranstaltungen zugänglich zu machen. Varel wird bald neben Waisenhaus und Schlosskirche einen weiteren kleinen Kultursaal haben.
Die Wandbemalung des Saals und seine Kassettendecke sind wiederum Zeugnisse eines Baustils, der an die Spätrenaissance anknüpft. Es ist kein Zufall, dass die Bauherren des 19. Jahrhunderts kurz nach der Reichsgründung sich gerade auf diesen deutschen Beitrag zur Baugeschichte bezogen haben, zumal die dominierenden Epochen der Baugeschichte von Frankreich und Italien beeinflusst wurden. Die Vareler werden sich von der Schönheit des Saals bald überzeugen können.
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