Hude - So ein voller Klang war lange nicht in der Wassermühle zu hören. Von Anfang bis Ende war das Konzert am Montagabend harmonisch abgestimmt: Zunächst sang Tim Vantol ein paar Zeilen und spielte auf seiner Akustik-Gitarre. Dann wurde es lauter: Banjo, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Akustik-Gitarre setzten ein. Im schnellen Tempo untermalten die anderen Bandmitglieder Vantols Gesang. Zwischendrin verpasste Violinistin Verena Borecky den Songs die richtige Würze.

Das Huder Publikum merkte schnell: „Tim Vantol & The Misprints“ sind absolute Profis. Ob sich die Künstler dessen bewusst sind oder nicht, bleibt dahingestellt. Die junge Band lachte und hüpfte auf jeden Fall mit einer Leichtigkeit über die Holzdielen der Wassermühle und steckte ihre Gäste mit bester Laune an. Kein Fuß blieb still, kein Kopf wippte nicht im Takt mit. Bereits als Tim Vantol seine Zuhörer nach dem ersten Song mit einem „Hallo Hude“ in niederländischem Akzent begrüßte, hatte er alle im Saal um den kleinen Finger gewickelt.

Organisiert von dem Huder Nicolas Nitsche und seiner Veranstaltungsfirma „Van Mogk“ bespielte der Niederländer Tim Vantol zum ersten Mal die Bühne des Klosterortes. Dabei unterstützten „The Misprints“ mit Christian Lach (E-Gitarre), Luke Christoffel (Schlagzeug), Justin Ghijsson (Bass), Joe Davis (Banjo) und Verena Borecky (Violine) den sympathischen Sänger auf so hohem musikalischen Niveau, dass er in den vier Wänden der Wassermühle seine ganze Vielfalt erklingen lassen konnte.

Ruhige, fast melancholische Songs reihten sich an fetzige, für Vantol typische, Uptempo-Nummern. Bassist Justin Ghijsson griff dabei übrigens nicht auf einen üblichen verkabelten Bass zurück, sondern schleppte gleich einen imposanten Kontrabass auf die Huder Bühne.

Und für alle Besucher war klar: So ein Konzert sieht man auf einer so kleinen Bühne in einem so kleinen Ort nicht alle Tage. Denn wohl jeder musste zugeben, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, dass Vantol, der mit seinem fast grölendem Gesang überzeugt, zu Größerem berufen wird. Er ist einer dieser Musiker, der die Massen anzieht.

Mit „The Misprints“ im Rücken wird der Niederländer noch einige Monate lang in Europa vor weitaus größerem Publikum spielen. Und spätestens wenn er Fußballstadien füllt, können die Huder sagen: „Den haben wir hier auch einmal live gesehen.“