Hude - 60 Jahre sind eine sehr lange Zeit – Horst und Hildegard Stünkel, geb. Steinkugler, verbrachten diese Zeit gemeinsam, denn an diesem Donnerstag, 16. April, begehen sie ihren 60. – und damit diamantenen – Hochzeitstag. Groß gefeiert wird am Sonntag im Nordenholzer Hof.

Kennengelernt haben sich der Gärtner und die Österreicherin vom Wolfgangsee in der Schweiz. 1954 war das. Horst Stünkel lebte zuerst in Hude, bekam dann aber über einen Freund eine Stelle als Gärtner in der Schweiz. So verschlug es ihn bei Lausanne an den Genfer See. Der Garten, den er für „gut betuchte Leute“ herrichtete, gehörte zu einem Haus, in dem seine künftige Ehefrau als Zimmermädchen arbeitete.

So liefen sich beide über den Weg und wurden ein Paar. Irgendwann wollte Horst Stünkel dann aber wieder zurück in den Norden Deutschlands – und seine Hildegard am liebsten mitnehmen. Die wollte aber nicht; die Beziehung schien zu Ende zu sein. Zwei Wochen später trafen sie sich noch einmal zufällig. Diesmal konnte Horst Stünkel Überzeugungsarbeit leisten. Hildegard willigte ein, mit ins knapp 1000 Kilometer entfernte Hude zu ziehen.

„Sowas macht man nur wenn man jung ist“, sagt die heute 82-Jährige rückblickend. Leicht sei es ihr nicht gefallen in einen Ort zu ziehen, in dem sie niemanden kennt, und ihre Familie in Österreich zu verlassen. „Ich war schließlich noch nie in Norddeutschland.“ Bereut habe sie ihre Entscheidung aber nie – auch wenn die Entfernung zur Familie es anfangs schwer machte. „Aber wenn man dann selbst Familie hat, wird es schöner“, sagt sie. Und die Familie wuchs: „Wir haben vier wunderbare Töchter“, erklärt der heute 81-jährige Vater stolz.

Und die bescherten dem Paar wiederum sechs Enkelkinder. Mittlerweile gibt es sogar schon zwei Urenkel.

Auch im Garten der Stünkels gedieh das Leben. „Als wir 1955 hier angefangen haben, gab es noch nichts“, erzählt das Ehepaar. Offenbar so wenig, dass sogar die Straße an der sie wohnen, heute „Stünkelweg“ heißt. Horst Stünkel machte alles selbst: Er pflanzte Bäume, baute unter anderem eine kleine Kapelle und steckte mit seiner Frau sein gesamtes Herzblut in den Garten. Heute reisen Besucher mit Bussen an, um sich an „Stünkels Gartenparadies“ zu erfreuen.

Und was ist ihr Rezept für eine lange und glückliche Ehe? „Nicht nachtragend sein, miteinander reden und Probleme klären“, sagen die beiden. So einfach ist das.