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NWZonline.de Nachrichten Kultur

OPER: Der Herzog fährt Motorrad

20.09.2005

BREMEN Manches ist durch die ironische Brille gesehen. Doch dann schlägt der Spaß in Tragik um.

von wolfgang Denker BREMEN - Die Rätsel, die Andrej Woron in seiner Bremer Neuinszenierung stellte, waren nicht ohne. Das beginnt schon bei Zeit und Ort: Ein einsamer Thron inmitten einer runden Fläche (einer Zirkusarena vergleichbar), die mit einem scheußlichen rosafarbenen Teppich ausgelegt ist, der wie eine überdimensionale Badgarnitur wirkt.

Rigoletto trägt das traditionelle Narrenkostüm, der Herzog kommt in Ledermontur mit Motorrad wie ein alternder Rocker daher. Die Höflinge sind dagegen alle in reinliches Weiß gekleidet. Überhaupt scheint am Hofe des Herzogs ein Putzzwang zu herrschen, zwei kurzberockte Dämchen wischen und polieren ständig und überall.

In der moralisch verwilderten Welt legt man Wert auf den äußeren Schein. Ganz anders sieht es bei Rigoletto zuhause aus: Hinter der schäbigen Wellblechwand befindet sich ein tropisches Gewächshaus mit wuchernden Fantasiepflanzen. Auch ein Käfigvogel als (reichlich vordergründiges) Symbol für die Lage Gildas darf nicht fehlen. Bei der Entführung Gildas werden diese Utensilien gleich mitgenommen und bei Hofe wieder aufgebaut. Trotzdem fühlt Gilda sich nicht heimisch dort, denn sie wird in einem unterirdischen Verlies unter dem Teppich „aufbewahrt“.

Woron sieht die tragische Handlung zunächst wie durch die ironische Brille. So liest der Herzog seine Liebeserklärung vom Blatt, und das „Addio“ bei seinem Abschied von Gilda im 1. Akt gerät zur reinsten Opernparodie, bei der immer wieder Türen zugehalten werden, bis er auf dem Fahrrad davonradelt. Ganz ernst nimmt Woron indes die Figur des Hofnarren, der stets seine Würde bewahrt. Im 3. Akt ist denn auch Schluss mit lustig: Ernst, Tragik und Spannung kommen zu ihrem Recht, was sich auch in Worons dichtem, wirkungsvollen Bühnenbild niederschlägt.

In der Titelpartie glänzt George Stevens mit seinem runden, bronzefarbenen Verdi-Bariton. Auch Tenor Emmanuel di Villarosa kann als Herzog mit seinem schönen Timbre, mit sicherer Höhe und eleganter Phrasierung betören. Jennifer Bird wartete, trotz Indisposition, als Gilda mit einer sehr guten Leistung auf. Lawrence Renes sorgte am Pult der Bremer Philharmoniker für Inspiration und Feinschliff.

Karten: 0421/365 33 33

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