Oldenburg -
Herr Pufpaff, Sie sind nicht zufällig verwandt mit dem Zauberdrachen Paff?
Pufpaff(lacht) Nee. Namensforscher haben sich schon die Zähne daran ausgebissen. Es gibt zwei Theorien. Die eine ist, wir haben mit Schwarzpulver gehandelt – vom Puffen und Paffen – wir kommen ja aus Lübeck. Die andere ist: Das waren wohl Kanoniere. Und dieser Kanonier muss in irgendeiner Weise auf sich aufmerksam gemacht haben – entweder durch immense Kompetenz oder durch Inkompetenz. Ich neige zu Letzterem, daher wurde er fortan nur noch Pufpaff genannt – ein Spitzname, der wahrscheinlich zum Lachen angeregt hat. Und er ist echt.
Gibt es eine besondere Anekdote zu Ihrem Namen?
Pufpaff Bei meinen Eltern hat es mal gebrannt, und die Feuerwehr ist tatsächlich nicht ausgerückt, weil sie sich verarscht fühlte. Der Feuerwehrhauptmann heißt Mist mit Nachnamen. Meine Mutter rief ihn an und sagte, bei uns brennt es, ich habe vorhin schon mal angerufen, und es kommt keiner. Und sie sagte noch, machen Sie keinen Mist, bei uns brennt es wirklich. Da war er natürlich sauer. Der Nachname hätte uns fast das Haus gekostet.
In Ihrem aktuellen Programm „Auf Anfang“ darf jeder Gott sein. Kann das gut gehen?
PufpaffJa, man kann schon sagen, dass man, sobald man nur das kleinste Bisschen erschafft, auch ein wenig Gott ist. Nicht jeder muss die Welt retten, aber man kann sie ein bisschen verändern, und eine Veränderung hat auch etwas Göttliches. Also warum soll nicht jeder Gott sein?
Und wie würden Sie die Welt gern verändern?
Pufpaff Als der große Weltveränderer möchte ich nicht in die Geschichte eingehen, aber wenn jemand in meine Show kommt und meint, heute habe ich nichts zu lachen, garantiere ich, er wird eine Stelle finden, an der er lacht. Das ist mein siebter Tag – nee, da hat Gott geruht – das wäre blöd. Also der sechste Tag.
Was ist für Sie gute Satire oder gutes Kabarett?
PufpaffAuf die entsprechende Art und Weise zu unterhalten. Wenn man den Anspruch hat, nur zu lachen, dass der Lacher produziert wird, oder bei Satire mit dem entsprechenden schwarzhumorigen, doppelbödigen Inhalt.
Wie weit darf Satire gehen?
PufpaffEs gibt kein Schluss, man darf alles machen, solange es nicht zur platten Provokation verkommt. Es muss immer eine Nachricht dahinterstecken. Ein Beispiel ist der aktuelle Aufschrei, bei dem die Rechten mit irgendwelchen Schimpfwörtern tituliert werden. Damit verändert man aber überhaupt nichts. Wir regen uns darüber auf und sagen, was sind das für Arschlöcher. Dabei sollte man hinterfragen, wer produziert diese Arschlöcher – da fängt Satire auf einmal an. Ich mache mich nicht nur platt über jemanden lustig, sondern ich ergründe das Problem.
Sie haben unter anderem Rechtswissenschaften studiert. Wieso dann der Schwenk zum Kabarett?
PufpaffBei Jura hat mich abgeschreckt, dass es überhaupt nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, sondern alles Auslegungssache ist. Wer Denkanstöße geben möchte, muss in die Politik gehen, aber das wollte ich auch nicht, denn ich möchte kein Parteibuch. Dann bleibt eigentlich nur das Kabarett.
Haben Sie einen Lieblingsmoment?
Pufpaff Ja, der Gewinn des Publikumspreises beim Prix Pantheon. Das war meine Premiere als Solist. In dem Moment habe ich mir gesagt, ok, jetzt wirst Du hauptberuflich Komiker.
Welche Ziele haben Sie noch?
Pufpaff Tausende. Aber erstmal, den Job noch so lange zu machen, wie ich und die Zuschauer daran Spaß haben. Und wenn ich nicht mehr lustig bin, sollen sie mich von der Bühne tragen.
