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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der Künstler – Spielball der Politik in dunkler Zeit Oper Simone Young dirigiert mit Hindemiths „Mathis der Maler“ ihre erste Hamburger Premiere

27.09.2005

Hamburg „Einen schweren Brocken“ nennt die neue Hamburger Opernintendantin Simone Young Hindemiths Oper „Mathis der Maler“ – Künstleroper und Bekenntniswerk, Historien- und Gedankendrama in einem.

Das Werk geht in sieben Bildern der Frage nach, ob und wie sich der Künstler in die Politik einlassen darf. Es wirft ein poetisches Licht auf das noch immer obskure Leben des altdeutschen Meisters des Isenheimer Altars, Matthias Grünewald. Es thematisiert den Konflikt in der Seele des Künstlers, der sich in bewegter Zeit nicht mehr seiner Bestimmung widmen, sondern Partei ergreifen will.

Mathis sympathisiert mit den Bauernaufständen, beteiligt sich selbst aktiv, tritt aber doch deren Ausschreitungen entgegen, hat persönliche Einbußen, ohne etwas erreicht zu haben.

Im Kampf zwischen Päpstlichen und Lutheranern soll der Mainzer Bischof, Kardinal Albrecht, sich als weltlicher Fürst verehelichen. Ursula, Mathis’ Geliebte, wird vom verschlagenen Kardinalsrat Capito als Ehepartnerin für Kardinal Albrecht aufgeboten, aber der verarmte Erzbischof, Mathis’ Arbeitgeber, heiratet nicht. Schließlich nimmt Mathis seinen Abschied und wählt, nachdem die Gestaltung des nach der göttlichen Eingebung („Versuchung des heiligen Antonius“) geschaffenen Altars seine Lebenskraft aufgezehrt hat, die innere Emigration.

Regisseur Christian Pade schöpft Positionen und psychologisches Potenzial der Einzelfiguren überzeugender aus als die Dramatik der Gruppen- und Massenszenen, in denen Stilisierung und künstliches Zeremoniell dominieren. Für das heikle Antonius-Bild, mit dem Auftritt der zur Allegorie umgeformten Figuren, bietet er bühnenwirksame Lösungen an.

Für das „deutsche Gedankendrama“, mit Verweisen auf die Entstehungszeit der Oper (1935), hat Alexander Lintl (Bühne und Kostüme) abstrakte Räume geschaffen, dazu eine Fülle beziehungsvoller Symbole. Nicht zufällig erscheinen Adornos kritische Worte „Was ist deutsch?“ in kompakter Großprojektion.

Jubel für den stimmgewaltigen Falk Struckmann (Mathis) wie für das charaktervolle Solistenensemble. Jubel für die Dirigentin Simone Young, die Strukturgeflecht und Emotionen des Werks überzeugend entfaltete.

Karten: 040/35 68 68

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