Dei Dichter is Emanuel Geibel, dei 1815 in Lübeck geboren wüdd, dei dann Professor för Literatur an dei Universität München was, un up siene olden Daoge weer nao Lübeck trügge gaohn un dor sturven is. All jung is hei anfangen tau schrieven. As hei an’n 1. Mai 1841, do was hei jüst 26 Johr olt, in Lübeck dör dat Holstentor geiht un südd, dat dei Natur weer upwaoken deiht, dat dei Bööme un Strüker ein neiet Greun krieget un dei Knospen van dei Blaumens aopenbräken daut, äöwerkummp üm eine Läwensfraide, dei hei dann in dat Maienlied utdrücket:
Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, weer Lust hat, mit Sorgen zu Haus. Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.
Frisch auf drum, frisch auf drum, im hellen Sonnenstrahl, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all’. Mein Herz ist wie ’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.
O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust. Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust; da singt und jauchzet das Herz zum Himmelszelt: Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt! Nu fählde blot noch dei Musik dortau. Ein Zeitgenosse van Emanuel Geibel find Gefallen an dei mojen Wöör, dei vull sittet mit Läwensfraide, för dei man sien Harte nich verschluten kann. Justus Wilhelm Lyra ut Ossenbrügge sett’d sick an sien Pult un schriff dei Melodie dortau un dat durd nich lange, dor wedd dat Lied in ganz Dütschland immer weer sungen un besünners jüst dann, wenn dei Bööme un Strüker ein neiet Greun krieget un dei Knospen van dei Blaumens verseuket aopentaubräken.
1882 starvt Justus Wilhelm Lyra, doch vergäten is hei bit vandaoge noch nich. Kott nao sienen Dot stellt man in Ossenbrügge in dei Neegde vant Haosetor den „Lyrastein“ up. Un vandaoge noch wedd dor an’n ersten Mai dat Lied „Der Mai ist gekommen“ sungen.
