Hätten Sie gern ein Sams, Herr Maar?

MaarEinerseits schon, wegen der Wunschpunkte. Andrerseits würde es mein geregeltes Leben völlig auf den Kopf stellen und für Chaos sorgen. Ich fürchte, ich bin schon zu alt, um so ein Sams tagtäglich aushalten zu können.

Was würden Sie sich denn wünschen, wenn Sie ein Sams hätten?

MaarFrüher, als junger Autor hätte ich gesagt: soviel Geld, dass ich meine Miete zahlen und mir ab und zu einen Restaurant-Besuch leisten kann. Jetzt fehlt mir kein Geld, aber Zeit. Falls das Sams so etwas kann, würde ich wünschen, dass es mich doppelt gibt: Der eine Paul würde in aller Ruhe zu Hause sitzen, schreiben und malen. Der andere würde alle Lesungswünsche erfüllen können und mindestens 100-mal im Jahr vorlesen.

Wie sind Sie eigentlich auf das Sams gekommen?

MaarMeine Hauptfigur war nicht etwa das Sams, sondern der schüchterne, weltfremde Herr Taschenbier. In meiner Kindheit gab es einen Menschen, der so war, wie ich Taschenbier beschrieben habe: immer sehr ernst, ängstlich, schüchtern. Nur bei Kindern taute er ein bisschen auf. Er war es, der mich dazu ermunterte, nicht die Firma meines Vaters zu übernehmen, sondern Kunst zu studieren. Ich hätte ihm gern zu mehr Mut und Lebensfreude verholfen. Das schafft aber kein Kind. Erst als erwachsener Autor konnte ich ihn in den Samsbüchern aufleben lassen und ihm ein fantastisches Wesen zur Seite stellen: das Sams, das ihn selbstbewusster werden lässt.

Welche Figur aus den Sams-Büchern wären Sie am liebsten? Ist Ihnen eine ähnlich?

MaarFrüher, als Kind, war ich schüchtern. Da war ich ein kleiner Taschenbier. Wäre ich jetzt am liebsten der Tierfreund Herr Mon? Ja, das wäre ich.

Woher haben Sie die Ideen zu Ihren Geschichten?

MaarWoher die Ideen kommen, weiß ich auch nicht. Ich habe mal gesagt: Meine Ideen wissen inzwischen ganz genau, dass sie um 9 kommen müssen. Weil ich mich da an meinen Schreibtisch setze. Ideen kommen manchmal an den unterschiedlichsten Orten. Die Idee zum Samsband 3 (Taschenbier bekommt versehentlich die Wunschpunkte) hatte ich auf dem Weg zu einer Lesung bei einer Autobahnfahrt. Ich fuhr beim nächsten Rastplatz raus, und da ich kein Papier dabei hatte, schrieb ich zwei Rückseiten meines Lesungsvertrags voll, um die Einfälle nicht zu vergessen.

Schreiben Sie noch ein Samsbuch?

MaarJa, das neue Samsbuch ist schon geschrieben und wird im Herbst 2015 erscheinen.

(Aufgeregtes Getuschel.)

Maar(lächelt) Soll ich euch verraten, worum es da geht?

Ja!

MaarAlso gut: Das Buch heißt „Ein Sams zu viel“. Es spielt in der Vergangenheit, als Herr Taschenbier noch zur Untermiete bei Frau Rotkohl wohnte. Frau Rotkohl schimpft ganz viel über das Sams. Dann ruft Herr Taschenbier: Ich wünsche mir, dass Sie auch ein Sams haben! Er wusste nicht, dass das Sams noch einen letzten Wunschpunkt hinter dem Ohr hatte. Und jetzt hat Frau Rotkohl ein Sams.

Das Sams hat ja immer Hunger und isst alles auf. Was ist Ihr Lieblingsessen?

MaarNudeln mit den unterschiedlichsten Beigaben.

Was haben Sie als Kind gern gemacht?

MaarGelesen!

Was wollten Sie als Kind werden?

MaarLokomotivführer. Allerdings auf der damals üblichen Dampflokomotive.

Was ist das Schönste für Sie an Ihrem Beruf?

MaarDass ich mit meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Malen und Schreiben, auch noch Geld verdienen kann. Und dass ich meinen Beruf zu Hause ausüben kann.

Wie viele Bücher haben Sie schon geschrieben?

MaarMehr als 50.

Wann hören Sie mit dem Bücherschreiben auf?

MaarWenn ich nicht mehr den Federhalter halten kann. Ich schreibe ja noch so wie früher: mit der Hand, bevor ich es in den Computer tippe.