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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der Neue im Vatikan sorgt für Unruhe

05.09.2016

Venedig Noch vor wenigen Jahren war der Gedanke an eine glamouröse Premiere einer Fernsehserie auf einem Filmfestival in etwa so abwegig wie die Vorstellung, ein Amerikaner könnte Papst werden. Mit der europäisch-amerikanischen Koproduktion „The Young Pope“ ist dem noch bis zum 10. September laufenden 73. Filmfestival von Venedig gewissermaßen beides mit einem Schlag gelungen: Der Serie, für die der italienische Regisseur Paolo Sorrentino hauptverantwortlich zeichnet, schlug größere Spannung entgegen als manchem Wettbewerbsbeitrag.

Gezeigt wurden die ersten beiden Folgen der zehnteiligen Miniserie, die im Herbst von diversen Bezahlsendern – in Deutschland wird es Sky Atlantic sein – ausgestrahlt wird. Wie immer die Einschaltquoten dann sein werden, das Kinopublikum in Venedig zeigte sich ungemein angetan von der großartig fotografierten und smart geschriebenen Show, in der vieles anders ist als zunächst erwartet.

Vielversprechend ist allein schon die Besetzung: der Brite Jude Law spielt einen Amerikaner, der soeben zum Papst gewählt wurde. Schnell wird deutlich, dass dies auf die Intrige des mächtigsten Manns im Vatikan, Kardinal Voiello (Silvio Orlando) zurückging, der dachte, mit dem jungen Mann einen leicht zu manipulierenden Spielball zu inthronisieren. Aber damit hat sich der Kardinal wohl gründlich verrechnet: Pius XIII. zeigt sich sehr viel undurchsichtiger und vor allem in seinem Vorstellungen vom Papsttum sehr viel konservativer als angenommen.

Sorrentino schreckt nicht davor zurück, mit krassen Bildern zu schockieren: Nicht nur dass zu Beginn der frisch gewählte Papst in einem wilden Traum über einen Berg von schlafenden oder toten Babys kriecht und sich anschließend in nackter Rückenansicht die Zähne putzt. In der ersten Ansprache auf dem Petersplatz fordert er die Gläubigen dazu auf, Dinge wie Masturbation und Schwulenehe nicht zu vergessen.

Die Kamera fokussiert ihn wie einen Diktator. Man vermittelt dem Zuschauer, dass es in der Serie eben nicht um einen Wohlfühlpapst gehen wird, der stellvertretend die Welt rettet oder besser macht. Statt dessen verspricht „The Young Pope“ eine faszinierende Untersuchung eines modernen Machtgefüges zu werden.


Info:   www.labiennale.org 
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