Colnrade - Die „Wies’n“ in München ist zwar schon wieder Schnee von gestern, aber in Colnrade nahm das Oktoberfest erst am Samstag im Zeichen der weiß-blauen Farben so richtig an Fahrt auf. Zum echt bayrischen Abend hatte der Schützenverein Beckstedt ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen und knapp 200 fesche Dirndl-Trägerinnen und Burschen in der Krachledernen zum Mitfeiern überzeugt.
Garant für die gute Stimmung war nach dem riesigen Erfolg im Vorjahr wieder der gebürtige Beckstedter Kurt Hohnholz, der mit Sabine Gal aus Klagenfurt und Thomas Lisse aus dem norddeutschen Jever für die Stimmung und Gaudi auf musikalische Art und Weise sorgte. Zusammen sind sie die Steyertaler Musikanten aus Leonstein in Oberösterreich. Dort hat „Kuddel“ Hohnholz, wie ihn die Colnrader eigentlich besser kennen, seit fünf Jahren seinen neuen Lebensmittelpunkt.
Aber im Norddeutschen ist er nach wie vor Zuhause. Allein 13 Oktoberfestauftritte bestreitet er in diesem Monat. „Da denkt man schon einmal wieder an die Rückkehr in die neue Heimat“, so Hohnholz. Obwohl: Der Aufritt in Colnrade bereitete der Stimmungskanone eine Mordsgaudi.
Nach dem großen bayerischen Büfett mit Weißkraut, Leberkäse, Hacksen, Bratwurst und mehr griff Kuddel schnell in die Tasten. Im Nu hatte er die Damenwelt vor sich an der Bühne gescharrt. Darunter auch drei lebenslustige Damen aus dem benachbarten Goldenstedt. Eine Feststellung, auf die sie Wert legten. Aber auch bei der Colnrader Damenwelt war die Welt in Ordnung. Das Dirndl passte wie angegossen. Grund genug für die Burschen, egal welchen Alters, einen Blick zur Allerliebsten oder einer solchen, die es noch werden soll, zu riskieren.
Kurzum: Der Norden ließ sich von der Musik der Bayern überzeugen. Es wurde ein Oktoberfest mit bester Stimmung und Spaß. Sehr zur Freude des Vorsitzenden Johann Wilken Lehnhof, der die Abendkasse zusammen mit dem Chef der Vereinsfinanzen Ralf Lindemann übernommen hatte. „Das ist heute ein Selbstläufer. 180 kamen zum Essen, und zu später Stunde werden es noch einige mehr werden, die dann Oktoberfest feiern wollen“, wagte Lehnhof einen Ausblick. Für die Steyertaler Musikanten gerade die richtige Kulisse, um zur Höchstform aufzulaufen.
