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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Autos In Der Kunsthalle Emden: „Des Deutschen liebstes Kind“ mal ganz anders

15.07.2017

Emden Es ist Gegenstand mancher Begierde und im Zusammenhang mit den Enthüllungen zur Diesel-Abgasaffäre mittlerweile auch Skandalobjekt. Nun erhebt die Kunsthalle in Emden das Auto zum Mittelpunkt einer großen Ausstellung. Unter dem Titel „Das Auto in der Kunst. Rasende Leidenschaft“ sind dort von diesem Samstag an und bis zum 5. November 100 Exponate zu sehen, die das Thema vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart beleuchten. „Keine technische Erfindung hat die Kunst so nachhaltig und vielfältig beeinflusst wie das Auto“, sagte am Freitag Kuratorin Annette Vogel.

Unter den Leihgaben aus Privatsammlungen und Museen sind unter anderem Werke von Marc Chagall, Gerhard Richter, Andy Warhol und Asta Gröting. Schon im gläsernen Foyer des Museums werden Besucher mit dem originalen VW-Käfer eingestimmt, der 1978 als letzter vom Band des Volkswagen-Werkes in Emden rollte. In den Räumen der Kunsthalle spannt die Ausstellung dann einen weiten Bogen durch die Kunstgeschichte von Pop Art, kritischem Realismus, Zero, Happening, Fluxus und Farbfotografie bis zu Videos und zeitgenössischen Installationen.

So zeigt die Berliner Künstlerin Asta Gröting als eines der zentralen Ausstellungsstücke ihre raumgreifende Bodeninstallation „Die Reisekutsche von Goethe, der Mercedes von Adenauer und mein Smart“: In mehreren Schritten hat sie aus schwarzem und bräunlichem Polyurethan Positivformen der Fahrzeugunterseiten angefertigt, die nun den Blick freigeben auf Antriebsmechanismen.

Dass das Auto Kult geworden sei, habe es auch seinem Abbild zu verdanken - „im Gemälde, in der Fotografie, als Skulptur, als Objekt, und in Installationen, ebenso wie in Filmen, in Texten und Songs“, sagte Kuratorin Vogel. Sie hat das Konzept der Ausstellung entwickelt und es dann zusammen mit Katharina Henkel aus der Kunsthalle umgesetzt. Die Initialzündung gab die ehemalige Kunsthallen-Geschäftsführerin Eske Nannen mit ihrem Wunsch, eine solche Schau in Emden auf die Beine zu stellen.

Vogel lenkt den Blick auf die wesentliche Punkte der künstlerischen Betrachtung. Ausgangspunkt ist die Technikbegeisterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In der Zeit des Wirtschaftswunders der 1950er- und 1960er-Jahre ist das Auto begehrtes Statussymbol. Die Pop-Art setzt es als Analogie von Kunst und Gesellschaft ein. In den 1970er Jahren beginnen dann die großen Kontroversen aus ökologischer Sicht.

Während das Auto Vogel zufolge zu allen Zeiten ein Symbol gesellschaftspolitischer Veränderungen war, geht die Bildende Kunst vor allem auf Kontroversen und Wendepunkte ein. So zeigt Erwin Wurms Serie „Fat Car“ aufgeblähte und fast comicartige Karosserien, die das kleinbürgerliche Statussymbol infrage stellen. Denn durch sein enormes Volumen wird das Auto unbeweglich, degradiert zum grotesk-fetten Monster.

Doch auch angesichts kontroverser Zukunftsdiskussionen bleibt das Auto ein Platzhalter für Sehnsüchte und Leidenschaften, wie die Installation „Emotional Machine“ des thailändischen Künstlers Surasi Kusolwong zeigt. Er hat einen VW-Käfer in eine Schaukel für Verliebte mit Kuschellandschaft umgebaut. Für Kuratorin Vogel ist klar: Die Überhöhung, die das Automobil auch in zeitgenössischen Werken begleitet, „ist ein untrügerisches Zeichen, dass die Faszination und leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Auto ein langlebiges Thema bleibt“.

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