Oldenburg/Neerstedt - Der erste Krankenhausneubau wird nun in Kreyenbrück im Zusammenhang mit dem sogenannten Weißen Campus geplant. Im Zuge der European Medical School konzentrieren sich dort medizinische Einrichtungen und Forschungsstandort. Wie der Leiter der Suchtklinik des Oldenburger Landes, Chefarzt Dr. Wolfgang Schmidt, bereits im April angekündigt hatte, will die Diakonie in Oldenburg eine große Suchtklinik mit 75 bis 100 Plätzen bauen (NWZ  berichtete). Die Details dazu wurden am Freitag bekannt gegeben. Investieren will die Diakonie für den Neubau mehr als zehn Millionen Euro. Mit dem Baubeginn wird im Frühjahr 2013 auf einer Industriebrache an der Ecke der Straßen Schellenberg/Alter Postweg gerechnet. Man stehe kurz vor dem Abschluss des Grundstückskauf in Erbbaurecht, hieß es bei der Diakonie. Vorgesehen sind 80 stationäre und 20 ambulante Therapieplätze für Suchtpatienten. Laut aktueller Aussage soll es sich dabei vorwiegend um alkohol- oder tablettenabhängige Patienten sowie Spielsüchtige handeln. Im April war auch von Hartdrogenabhängigen die Rede.

Geschlossen werden sollen im Gegenzug die Suchtklinik an der Ofener Straße und jene in Neerstedt (Landkreis Oldenburg) mit ihren zusammen 75 Betten. Wie der stellvertretende Klinikchef in Neerstedt, Walter Behrens, bereits im Frühjahr erklärte, hatte man vergeblich versucht, den Neerstedter Standort zu halten. Doch der Rentenversicherungsträger hatte den Standort als zu klein und abgelegen abgelehnt und stattdessen einen zentralen in Oldenburg gefordert. Als Kriterium war damals die maximale Entfernung von 20 Minuten vom Oldenburger Stadtkern aufgestellt worden.

Der stv. Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung, Christian Wolff, begrüßt die neue Entwicklung. „Mit dem Vorhaben der Diakonie werden wir im Oldenburger Land längst überfällige Strukturen modernisieren und an die bundeseinheitlichen Vorgaben heranführen. Mit den derzeit vorhandenen Angeboten bleiben wir weit unter den Therapiemöglichkeiten, die anderswo schon verwirklicht werden“, sagte er.

Diakonie-Vorstand Thomas Feld kündigte an, dass man auch neue Mitarbeiter einstellen wolle.