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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Die Bedrohung lauert hinter der Stille

07.03.2011

OLDENBURG Eins der gewaltigsten Crescendi in der Musik beendet Bernd Alois Zimmermanns „Photoptosis”. Wenn nach diesem Klangausbruch „con tutta la forza” die Konzerthalle noch steht, so sagen Spötter, dann wird sie ewig halten. Das Staatsorchester hat vor vier Jahren die Statik der Weser-Ems-Halle derart geprüft. Im 5. Sinfoniekonzert der aktuellen Saison erlebt die Halle 10 auf dem Fliegerhorst den vollkommenen Kontrast: Zimmermanns „Stille und Umkehr“. Die Orchesterskizze zählt zu den leisesten Kompositionen.

Singende Säge

Peter Hirsch, Gastdirigent mit klarer Zeichengebung, motivierender Gestik und konzentrierter Gestaltungskraft, setzt wie damals Alexander Rumpf ebenfalls Anton Bruckner gegen den introvertierten Zimmermann. Nach der Neunten ist es diesmal die 3. Sinfonie d-Moll von 1877.

Singende Säge

42 Musiker setzt Zimmermann für „Stille und Umkehr” ein, sie spielen auch Akkordeon und Singende Säge. Gemeinsam agieren immer nur wenige. Beharrlich kreist die Musik um den Ton d. Fahl fügen sich die Klänge aneinander. Den persönlichen Widerspruch zwischen Verzweiflung und Auflehnung hat der Komponist kurz vor seinem Freitod 1970 schon für sich gelöst. Seine an den Anfang gesetzte „Sinfonie in einem Satz” hat er knapp 20 Jahre vorher entworfen. Schon hier dehnen sich zwischen pulsierender Bewegung und Akkordballungen Zonen von Erstarrung.

Feinheit und Fülle

Die Zusammenbrüche und das Abreißen der Musik rücken in Bruckners Dritter bei Hirsch stärker in den Blickpunkt. Lang atmen bei ihm die Generalpausen.

Gigantische Bauwerke

Man empfindet sie plötzlich bedrohlich, spürt sie auf der Abbruchkante von genussreicher Stille und Angst machender Leere. Inmitten aller gigantischen Bauwerke lässt der Dirigent immer den Baumeister innehalten. Da wirkt Bruckner wirklich groß, nicht prahlerisch.

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Bei Hirsch und den hoch disziplinierten Oldenburgern verbreitet Bruckners Dritte selten Wohligkeit. Eher ist sie von zerrenden Kräften bedroht. Aber Stimmungsreichtum und Sinnlichkeit vermögen sie nicht zu unterdrücken. Die Streicher setzen ein intelligent dosiertes Vibrato ein, das Blech reitet seine Attacken, das Holz strahlt Wärme aus. Weniger modern als Zimmermann ist Bruckner gar nicht – aber viel tröstender.

Das Konzert wird an diesem Montag um 19.30 Uhr wiederholt.

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