Hannover - Endlich raus aus der Bude, Sonne satt, gemütlich im Café sitzen oder die Natur genießen. Eher unrealistisch angesichts grauer Wolken und Kälte? Noch liegt kein echter Hauch von Frühling in der Luft, aber das erwartete erste schöne Frühlingswochenende 2015 könnte alles ändern. Kalendarisch beginnt der Frühling am 20. März, aber schon jetzt kann man sich auf das freuen, was der Frühling alles bringt - auch in Niedersachsen. Doch ganz ohne Schnee geht es doch noch nicht.
AN DER KÜSTE: Auf die Strände dürfen sie noch nicht, aber im Dorf sind sie an vielen Ecken zu sehen: Auf der Insel Langeoog sind die ersten Strandkörbe ausgepackt. „Die stehen vor dem Rathaus und an anderen zentralen Punkten als Windschutz und sind kostenlos zu benutzen“, sagt Bürgermeister Uwe Garrels. Mit der Aktion „Körv in“t Dörp“ (Körbe ins Dorf) will die Insel Strand- und Frühlingsgefühle aufkommen lassen. Dazu gehört das jährliche Inseltreffen: Kurz vor Beginn der Ostersaison treffen sich Abordnungen aller ostfriesischen Inseln zum Feiern - beim Insulanerfest „Insulaner unner sück“ (Insulaner unter sich). Garrels freut sich schon auf „drei Tage Sause“.
IM BIERGARTEN: Wenn die Sonne kommt, dann muss man raus - in den Biergarten. Geht es tatsächlich schon an diesem Wochenende los? Darauf hoffen die Gastronomen nicht nur an der Schlachte in Bremen - allein dort gibt es rund 4000 Biergartenplätze. „Wenn die Sonne scheint, dann haben wir einen Ansturm“, meint der Restaurantleiter des „Luv“, Claas Lemmermann. Seit dem 1. März dürfen die dortigen Restaurants und Kneipen Tische und Stühle rausstellen. Im vergangenen Jahr verlief der Saisonauftakt „bombastisch“ - das Wetter war heiß, „da hat“s geknallt“. Möglicherweise auch diesmal.
TIERE: Wer jetzt in die Natur geht, kann schon viele Tiere beobachten - und morgens um 6.00 Uhr bei Dunkelheit die Vögel singen hören. Auch in der Tierwelt blühen die Frühlingsgefühle, beispielsweise auf Meyers Hof im Zoo Hannover: Dort ist der Nachwuchs da, Jungtiere gibt es bei den Rauwolligen Pommerschen Landschafen, den Thüringer Waldziegen und den Altdeutschen Schwarzbunten Niederungsrindern - auf Meyers Hof sind die alten und kaum noch gezüchteten Haustierrassen zu Hause. Das besondere daran: Sie gehören tatsächlich zu den letzten ihrer Art.
ESSEN: Der erste Freiland-Spargel wird in der Regel Ende März gestochen. Schon an diesem Wochenende beginnt Carsten Bolte im Kreis Nienburg mit der Ernte - dank Fußbodenheizung. Der Landwirt investierte vor neun Jahren in ein Holzschnitzel-Heizkraftwerk. Dort wird Wasser auf bis zu 97 Grad erhitzt und in Rohrleitungen unter die Spargelfelder gepumpt. Diese sind zusätzlich mit Folie abgedeckt. Die Investition macht sich bezahlt: Früher als seine Mitbewerber beliefert Bolte Großmärkte in Hannover, Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet. Ein Teil geht auch in den Direktverkauf.
SKIFAHREN IM HARZ: Es mag ja Menschen geben, die bei frühlingshaften Temperaturen die Köpfe entmutigt hängenlassen - und zwar aus Angst um den Schnee. Doch alle Wintersportler seien getröstet: Noch ist es mit dem Skifahren nicht vorbei, da sei der Harz vor. In den dortigen höher gelegenen Skigebieten am Wurmberg bei Braunlage, aber auch in Hahnenklee und in St. Andreasberg sollen viele Abfahrten noch in vergleichsweise gutem Zustand sein, wie eine Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes urteilte. Sogar einige Langlauf-Loipen sind noch in Betrieb. Und das Wedeln auf der Piste ist bei Sonnenschein viel netter.
