Stenum - Begriffe wie Haus und Heimat, Fundament und Gemeinschaft zogen sich am Sonntag wie ein roter Faden durch den Gottesdienst im Timotheus-Haus in Stenum. Das hatte einen besonderen Grund, denn an diesem Vormittag feierte die Gemeinde nicht nur Gott, sondern auch den Ort, an dem sie zu seiner Ehre stets zusammenkommt – fast auf den Tag genau seit vier Jahrzehnten.
Am 17. Juni 1973 wurde das Timotheus-Haus vom Oldenburger Oberkirchenrat Heinrich Höpken eingeweiht – am 16. Juni 2013 war der Gemeindesaal sicher nicht weniger voll besetzt als damals. Neben den Mitgliedern des Pfarrbezirks 5 der ev. luth. Kirchengemeinde Ganderkesee waren weitere Gäste gekommen, um zum 40-jährigen Bestehen des Hauses zu gratulieren. So wie Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas: Sie würdigte vor allem das langjährige Wirken der Pastorin Reinhild Sander, die bis zur Verabschiedung im Sommer 2007 selber fast 40 Jahre in Stenum für die Gläubigen da war. „Dieses Haus wird immer mit Ihrem Namen verbunden bleiben“, sagte Gerken-Klaas zur ehemaligen Pastorin.
Anfänge im Physikraum
Diese hatte zuvor in dem von ihrem Nachfolger, Pastor Eckhard Dreyer, gestalteten Gottesdienst die Predigt gehalten und dabei auch auf die Anfänge zurückgeschaut. Sander erinnerte an die Gottesdienste, die bis Anfang der 70er Jahre im Physikraum der Schule stattfanden – oder zu Weihnachten in der Turnhalle. Der Neubau sei dann nicht ganz rechtzeitig fertig geworden, so dass in der Nacht vor der ersten Konfirmation im Frühjahr 1973 die Mütter noch das Gebäude vom Baustaub befreien mussten. Dieser nächtliche Einsatz sei beispielhaft für das Engagement der Gemeindemitglieder.
Am stärksten geprägt haben das Timotheus-Haus aber die Pastoren, das betonten neben der Bürgermeisterin auch andere Redner in ihren Grußworten: „Sie haben viele Herzen und Seelen in unserer Gemeinde bewegt“, lobte der Vorsitzende des Ortsvereins Hoykenkamp, Hartmut Fastenau. Und Hans-Jürgen Hespe vom Orts- und Heimatverein Schierbrok-Stenum, der aufgrund einer „Kommunikationspanne“ erst nach dem Gottesdienst draußen das Wort ergreifen konnte, hob hervor, dass in den 40 Jahren nur zwei Pastoren im Timotheus-Haus gewirkt hätten. Das sei ungewöhnlich.
Gemütlicher Ausklang
Hespe vergaß auch nicht, die Arbeit von Küsterin Marlies Tesch zu würdigen. Die hatte zusammen mit ihren Helferinnen und Helfern dafür gesorgt, dass die Besucher nach dem Gottesdienst noch einen guten Grund zum Bleiben hatten: Draußen vor dem Timotheus-Haus gab es Essen und Gespräche in gemütlicher Runde, rhythmisch begleitet vom No-Name-Orchester der Musikschule Delmenhorst. Musikalisch hatten zuvor im Gottesdienst auch schon der Posaunenchor und der Kirchenchor sowie Fred Molde mit dem Akkordeon dazu beigetragen, dass der 40. Geburtstag des Timotheus-Hauses zu einer gelungenen Feier wurde.
