Sandkrug - „Hör auf zu jammern! Du weißt, dein Unheil steht fest, was hilft also noch das Weinen und Klagen, wenn du doch nichts mehr ändern kannst?“, sagt die Ziege zu dem motzenden Schwein auf dem Weg zum Markt, wo ihnen der Garaus gemacht werden soll. Geschichten von dem berühmten Fabelschreiber Jean de La Fontaine bekamen die Gäste des Sandkruger Alten Pferdestalls am Freitagabend zu hören. Es war ein Abend voller Hinterlist, Spitzfindigkeit und Weisheit. b

Vorgetragen wurden die Texte des berühmten Franzosen von dem Schauspieler und Regisseur Roland Heitz, der seit 2004 in Sandkrug lebt und bundesweit auf Theaterbühnen zu sehen ist. Im Rahmen der Hatter Kulturwochen 2012 gastierte er bereits mit der Komödie „fast Faust“ im Rathaus Kirchhatten. Als Regisseur ist er ist er seit 20 Jahren tätig. 80 Vorstellungen hat der gebürtige Saarländer inzwischen inszeniert – dabei sei er zufällig zu der Arbeit hinter der Bühne gekommen, wie er verriet. An diesem Abend interpretierte Roland Heitz jedoch auf der Bühne die Fabeln des 1621 geborenen Schriftstellers de La Fontaine. Und das auf höchst vergnügliche Weise. Insgesamt 40 Zuhörer verfolgten lachend seine lebhafte Darstellung.

Organisiert hatte die Veranstaltung der Kulturkreis Sandkrug. Die Frage, ob ein Schauspieler, wenn er „nur“ liest um die Hälfte seines Ausdrucks beraubt wird – nämlich um sein Spiel – stellte sich bei Roland Heitz gar nicht erst. Denn wenn der Sandkruger das Buch aufschlägt, spielt er mit seiner Sprache. Er brilliert mit der Stimme und seiner Mimik zugleich – ganz großes Theater.