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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Film: Die Leiden einer Legende

12.05.2014

Paris Grace Kelly und Fürst Rainier III. von Monaco lernten sich im Mai 1955 am Rande der Filmfestspiele von Cannes kennen. Das ist aber wohl nicht der Grund, warum das Drama „Grace of Monaco“ dort dieses Jahr zur Eröffnung am 14. Mai gezeigt wird. Stattdessen werden Cannes-Eröffnungsfilme in der Regel wegen ihrer Qualität und Publikumswirksamkeit gezeigt. Immerhin verkörpert Nicole Kidman in der Hauptrolle die Fürstin Gracia Patricia.

Strenges Protokoll

Aus Protest gegen den Film des Franzosen Olivier Dahan bleibt das monegassische Fürstenhaus dem Ereignis auf der Croisette jedoch fern. Begründung: Bei dem Film handle es sich um eine Verdrehung der Familiengeschichte zu rein kommerziellen Zwecken. Am 15. Mai kommt der Film in die deutschen Kinos.

„Grace of Monaco“ spielt Anfang der 1960er Jahre. Grace Kelly ist seit einigen Jahren mit Rainier verheiratet, und Monaco befindet sich mit Frankreich in einem tiefen diplomatischen Konflikt. Präsident Charles de Gaulle warf dem Felsenstaat seinerzeit vor, eine Oase für Steuerflüchtlinge zu sein. In einer Mischung aus Abhängigkeit und Souveränität gab Rainier dem Ultimatum Frankreichs nach.

Während Rainier seine größte politische Krise durchsteht, kämpft der ehemalige Hollywoodstar Grace Kelly gegen Konventionen, ein strenges Protokoll und innere Zerrissenheit. Ihr Prinzessinnendasein verlangt von ihr große Opfer, darunter auch der Verzicht auf die Schauspielerei. Alfred Hitchcock, mit dem sie drei Filme gedreht hat, versucht sie als Fürstin nochmals vor die Kamera zu holen – vergeblich.

Krisenmomente und viel Tränen stehen ersten Ausschnitten zufolge im Mittelpunkt des Films. Dass das Leben von Grace Kelly, das wie ein Märchen begann, keines war, ist bereits aus zahlreichen Biografien bekannt.

Tränen in den Augen

Dass sie an Depressionen litt und immer häufiger zum Alkohol griff, ist auch kein Geheimnis mehr. Warum das Fürstenhaus den Film in Cannes so radikal ablehnt? Darauf hat auch Regisseur Dahan keine klare Antwort, der die Reaktion des Fürstenhauses für übertrieben hält.

Für die antifranzösischen Ressentiments, die damals während des Konflikts mit Frankreich herrschten, sei er nicht verantwortlich, erklärte der Regisseur des Edith-Piaf- Erfolgsfilms „La vie en rose“. Er sei Künstler und habe ein Recht darauf, eine Fiktion zu drehen.

In die Rolle der fürstlichen Schönheit ist Nicole Kidman (46) geschlüpft. Die Auszüge des Films zeigen eine märchenhafte Fürstin, die unter ihrer inneren Zerrissenheit sichtbar leidet. Oft ist sie verzweifelt und mit Tränen in den Augen an der Seite von Tim Roth (52) als monegassischer Herrscher zu sehen.

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