Neuenburg - „Wenn kaum einer merkt, wie kaputt die Orgel ist, liegt das meist daran, dass die Organisten sehr gut spielen und ihr Repertoire an die Möglichkeiten der Orgel anpassen“, sagt Natalia Gvozdkova. Sie ist die Orgelsachverständige des evangelisch-lutherischen Oberkirchenrates und war nun in Neuenburg zu Gast. In der Schlosskapelle zeigte sie, was alles mit der Orgel nicht stimmt.
Klaviatur schlägt Wellen
Das Fazit: Die Orgel aus dem Baujahr 1875 ist vom Holzwurm befallen, beginnt zu schimmeln, ist verstimmt, der Motor zischt, und die Klaviatur schlägt Wellen und quietscht. Die Pfeifen müssen gereinigt werden und die ganze mechanische Konstruktion, die bei der Orgel für die Klänge sorgt, muss überholt werden. „Wir hoffen, dass die Orgel so wieder mehr Glanz bekommt“, sagt Natalia Gvozdkova, und meint damit nicht nur das Innere des historischen Instruments, sondern vor allem die Klänge, die zum Teil schon etwas modrig daherkommen.
Vorfreude bei Organistin
Ein bisschen soll die Orgel auch wieder so werden, wie sie Johann Claussen Schmid 1875 gebaut hatte. Denn im Jahr 1955 wurde die Orgel stark verändert. „Vom ursprünglichen Klang und von der musikalischen Idee ging dabei viel verloren“, sagt Natalia Gvozdkova.
Bei Hochzeiten, Konfirmationen und Gottesdiensten spielt die Organistin der Kirchengemeinde, Gertrud Schedl, die Orgel in der Neuenburger Schlosskappelle. „Das ist wirklich nicht schön, wenn dann bei einer Hochzeit ein Ton hängen bleibt. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn die Orgel saniert ist“, sagt sie. Sie hoffe auf einen besseren Klang und freue sich auch schon auf das fehlende Grundregister, das wieder eingebaut werden soll.
