Dangast/Berlin - Was wäre, wenn nicht der Musiker selbst, sondern die Hörer entscheiden könnten, welche Bedeutung Musik tragen soll? Genau diese Frage wollte Kevin Altenberger mit seinem Instrumental-Album „Alles“ beantworten. Über die bekannte Crowdfunding-Plattform  „Startnext“ startete der aus Dangast stammende Wahl-Berliner im Sommer sein Musikprojekt. Nun wurde das Album veröffentlicht.

„Es ist für mich eine Herzensangelegenheit“, erzählt der 24-Jährige im Gespräch mit der NWZ . Alle zehn Songs des Albums hatte der Kaufmann für audiovisuelle Medien selbst am Computer kreiert. Der Hörer konnte dem jeweiligen Titel einen Namen geben und ein „Dankeschön“ in Form eines selbstgewählten Geldbetrages vergeben. Das Fundingziel lag bei 2200 €Euro.

„Das Projekt hat leider nicht geklappt“, sagt Kevin Altenberger. Doch das Album habe er dennoch herstellen lassen wollen. Gesagt, getan. Die Finanzierung übernahm er schließlich selbst. Erhältlich ist das Album digital über Internet-Plattformen als Download sowie als CD über seinen eigenen Online-Shop.

Die Titel haben keinen Namen. „Auf der Rückseite des Covers kann jeder Hörer seinen persönlichen Titelnamen eintragen“, sagt Kevin Altenberger. Ob die erste große Liebe, der erste Herzschmerz oder dieser eine Sommer: Für all diese Erinnerungen gibt es meist den passenden Song im Leben. So habe auch jeder Titel auf seinem Album für den Hörer eine ganz individuelle Bedeutung, sagt der 24-Jährige. Entstanden ist eine Mischung aus aufwendigen Arrangements, knisternden Klängen und ruhigen Melodien.

Musikalisch fühlt er sich durch das Instrumental-Album auch mit seiner Heimat am Jadebusen verbunden. Es sei kein bestimmtes Lied auf der CD dem Ort Dangast gewidmet, erklärt Kevin Altenberger. Vielmehr sei es das Gefühl von Heimat, das die Titel in ihm hervorrufen: „Dangast ist für mich ein absoluter Ruhepol. Dort hat auch musikalisch alles angefangen.“ Wie berichtet, baute er mit 14 Jahren sein Kinderzimmer zum Heimstudio um. Seit mehr als dreieinhalb Jahren lebt und arbeitet er nun schon in der Hauptstadt Berlin.

Er habe durch das Crowd-funding-Projekt wertvolle Erfahrungen gesammelt, meint Kevin Altenberger. „Ich möchte überhaupt nicht ausschließen, dass ich noch einmal ein solches Projekt mache“, sagt er. Crowdfunding sei für junge Musiker eine tolle Möglichkeit, ganz neue Dinge unabhängiger umzusetzen. „Es ist auf jeden Fall sehr viel wert.“

Sicherlich werden Kevin Altenberger seine Songs auch im Ohr bleiben, wenn er Ende Dezember in seine Heimat zurückkehrt und nach Oldenburg zieht.