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Sprache: „Döner-Morde“ zum Unwort des Jahres gewählt

18.01.2012

DARMSTADT Die Bezeichnung „Döner-Morde“ für eine rechtsterroristische Mordserie an acht türkisch-stämmigen Menschen und einem Griechen ist das „Unwort des Jahres“ 2011. Das gab die Sprecherin der „Unwort“-Jury, Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag bekannt.

„Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechtsterroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt“, begründete Janich das Urteil. Die Jury kritisierte außerdem die Formulierungen „Gutmensch“ und „marktkonforme Demokratie“. Zum „Wort des Jahres“ war zuvor von einer anderen Jury, angesiedelt bei der Gesellschaft für deutsche Sprache, der Ausdruck „Stresstest“ gewählt worden.

Durch die Beschreibung der Verbrechen als „Döner-Morde“ seien die Opfer „aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert“ und in höchstem Maße reduziert worden“, sagte Janich. Polizei und Medien hätten den unpassenden Begriff geprägt. Mit „Döner-Morde“ wählte die unabhängige sechsköpfige Jury den mit 269 Nennungen klaren Favoriten unter den 923 vorgeschlagenen Wörtern. Dieses Mal gab es 2420 Einsendungen, so viele wie noch nie seit der Wahl des ersten Unwortes 1991.

Die „Unwort“-Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftlern sowie dem Journalisten Stephan Hebel. Das jährlich wechselnde Mitglied war in diesem Jahr der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler.

 @ Infos unter: http://www.gfds.de

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