DöTLINGEN - Fernab von Handys, Fernsehen und Internet nehmen seit über zwei Wochen 20 Schüler der Winterhuder Reformschule in Hamburg an einem „Archälogiecamp“ im Dötlinger Wald (Landkreis Oldenburg) teil. Unter der Leitung des Archäologen Ullrich Masemann, des Sozialpädagogen der Reformschule Dietmar Tietjens und zwei Archäologiestudentinnen der Hamburger Universität lernen die Jugendlichen Praktiken zum Überleben in der heimischen Wildnis kennen und tauchen in vergangene Zeiten ein. Noch bis zum Sonnabend dauert das Camp.

Die Mädchen und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren leben in einer kleinen Zeltstadt – dabei stellen sie einen Einbaum her, bauen einen Teil eines Steinzeithauses und einen Brotbackofen und errichten sogar einen ganzen Grabhügel. Bei der Essenzubereitung wechseln sich die Nachwuchs-Archäologen ab. Jeden Tag steht einem Team ein begrenztes Budget zur Verfügung; gekocht werden einfache Mahlzeiten wie Nudeln oder Tomatensuppe.

Ob Zeichnen, Fotografieren oder Messungen mit dem Nivelliergerät: In vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, bekommen die Schüler alle wichtigen Ausgrabungstechniken vermittelt, die ein Archäologe kennen muss. „Nach dem Camp sind die Schüler so weit, dass sie schon bei richtigen Grabungen als Hilfsarbeiter teilnehmen können“, sagt Ullrich Masemann.