Dötlingen - Unter dem Motto „Dötlingen liest ein Buch und schnackt darüber“ sind Literaturfreunde am Freitagabend im Landhotel Dötlingen zusammengekommen. Maria Heumann, Ideengeberin und Sprecherin der lockeren Runde, bezeichnete die Teilnehmerzahl mit zwölf Personen in Corona-Zeiten als gut.
Zur Diskussion stand der Inhalt des Romans „Der Überläufer“ von Siegfried Lenz. Ein literarisches Werk, das viel Gelegenheit bot, sich intensiv und frei auszutauschen. Themenbereiche wie Krieg, Schuld, Pflicht und Verantwortung standen damit bei diesem Schnackabend im Mittelpunkt.
Während es in der Diskussionsrunde zunächst recht ausführlich um inhaltliche Aspekte wie Charaktere, deren Bewertungen und auch einzelne Handlungsszenen ging, beleuchteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch kritische Punkte. Vieles wurde dabei der Jugend des Autos zugeschrieben. „Denn der Roman war als zweiter von dem damals 26 Jahre alten Siegfried Lenz 1951/52 verfasst, aber erst posthum 2016 veröffentlicht worden“, ergänzte Maria Heumann. Im Gespräch stellte sich weiter heraus, dass uns auch heute noch das Thema „Schuld“ umtreibe und der Begriff „Schuldschmerz“, der im Roman vorkommt, überaus treffend sei.
„Wenn auch manche sich an der Sprache, die teils sehr gewollt und manieriert für heutige Leserinnen und Leser klingt, störten, so war das Urteil am Ende überaus positiv“, zog Maria Heumann eine Bilanz. Sie warb am Schluss für die Autobiografie von Günter Berger, obwohl sie nicht in den Rahmen der „Schnackrunde“ passe.
Fünf neue Bücher wurden vorgeschlagen: Stefan Zweig „Ungeduld des Herzens“, Haruki Murakami „Naokos Lächeln“, Trevor Noah „Farbblind“, Thomas Mann „Herr und Hund“ sowie Regina Scheer „Machandel“. Schließlich einigte sich die Runde auf das letztgenannte Werk. Darüber soll beim nächsten „Schnackabend“, dann schon der achte in Folge, am 27. November, wiederum im Landhotel Dötlingen gemeinsam gesprochen werden.
