DöTLINGEN - „Helga fährt im Goliath vor – Geknatter, knatter, volles Rohr“ – so sangen Walter Ulrich und Elke Tholen auf dem E-Piano, begleitet von Prof. Günter Berger am Sonnabendvormittag beim Eintreffen von Helga Schöning auf Gut Altona. Die Jubilarin feierte mit Familie, Freunden und Bekannten sowie den Nachbarn ihren 80. Geburtstag. Und wie zu Lebzeiten ihres Mannes Alfred Schöning gehörte dazu die Fahrt mit dem Oldtimer Goliath, der weiter im Familienbesitz steht und nun von Stephan Schöning liebevoll betreut wird.

Die Nachbarn hatten das urige Gefährt zuvor geschmückt. Mit der Fahrt zur runden Geburtstagsfeier ging einer von zwei Wünschen der Jubilarin in Erfüllung. Der zweite Wunsch war das Anstimmen eines Kanons der Geburtstagsgäste, und natürlich wurde auch dieser prompt erfüllt.

Ihren Geburtstag feierte Helga Schöning, die auf der Vogelhögte zwischen Dötlingen und Aschenstedt zuhause ist, mit einer eintägiger „Verspätung“. Sie erblickte am 12. März 1930 in Bremen als älteste von vier Geschwistern das Licht der Welt in einer Apotheker-Familie. Sie absolvierte eine Apotheker-Lehre und wollte anschließend Biologie studieren. „Doch Arbeit war damals nur als Lehrerin möglich. Dazu hatte ich keine Lust.“ So studierte Helga Schöning Pharmazie in Kiel und Innsbruck. Sie arbeitete in zehn Apotheken, darunter in Stuttgart und München. Eine Zeit, aus der viele Freundschaften bis heute Bestand haben. Die große Vorliebe galt aber immer der Botanik und Ornithologie.

1971 heiratete sie Alfred Schöning. „Im November 1973 besichtigten wir bei sehr schlechtem Wetter das ehemalige Heuerhaus Aschenbeck, denn wir wollten unsere Freizeit auf dem Land verbringen“, erklärte die Jubilarin. 1974 wurde der Kaufvertrag unterschrieben und in vierjähriger Bauzeit ein kleines Naturparadies mit vielen Raffinessen geschaffen. Für die Flora und Fauna, besonders alte Rosenarten und die heimischen Vogelarten, zeichnete Helga Schöning verantwortlich. Für die Technik war Ehemann Alfred zuständig. Wärmepumpe, Telefonzelle, ampelgeregelte Zufahrt und vieles mehr ließen auch im Dorf aufhorchen und Schönings Namen zu einem Inbegriff von Innovation, Gastfreundschaft und Bremer Bürgermoral werden.

„Ich habe mich damals so verliebt in Dötlingen und die Wildeshauser Geest“, erinnert sich die Jubilarin zurück: „Ich hab’s so gut hier.“

Noch heute fährt Helga Schöning regelmäßig zu Konzerten in der Glocke in Bremen, denn Musik ist eine weitere Leidenschaft. Auch die Öffnung ihres Sommergartens bei der Dötlinger Gartenkultour hat viele neue Freunde und Gleichgesinnte beschert, die gerne im Haus Schöning vorbeischauen. Ebenso kommen die Kinder Stephan, Peter, Eva und Tina aus der ersten Ehe von Ehemann Alfred gerne mit ihren sechs Enkeln vorbei.