DÖTLINGEN - Noch längst sind nicht alle Umzugskartons ausgepackt und der Alltag im gerade gemieteten Haus in Neerstedt eingekehrt. Und doch finden Andrea Ralle-Wecker, Sohn Oliver Ralle (15) und Jochen Wecker langsam wieder Zeit zum Durchatmen. Jochen Wecker ist der neue und erste hauptamtliche Jugenddiakon in der ev.-luth. Kirchengemeinde Dötlingen. Waren die ersten Augusttage noch mit dem Umzug von der Nordseeinsel Spiekeroog nach Neerstedt geprägt, tritt der Wahlinsulaner nun seine Stelle an.

„Am heutigen Montag steht mein erster Arbeitstag an“, erklärte Wecker in seinem Heim im Gespräch mit der NWZ . Der Vormittag werde noch durch einige Amtsgänge und eventuell einem Besuch bei Bürgermeister Heino Pauka geprägt sein, „aber schon am Nachmittag beginnt mein Dienst im Jugendhaus in Neerstedt. Dort ist von 15 bis 19 Uhr offene Tür, die ich erstmals betreuen werde.“ Allerdings sind die nächsten Tagen wohl eher vom Sondieren und Erkunden der lokalen Gegebenheiten und Besonderheiten geprägt, ließ der 44-jährige Sozialwissenschaftler durchblicken. „Ich muss mich erstmal umschauen.“

Dazu gehört auch ein weiterer Termin: Wecker trifft sich am Montag mit den Honorarkräften, die die Jugendarbeit in der Gemeinde mitgestalten. Auch eine offizielle Einführung des Jugenddiakons soll es geben. „Wann wissen wir aber noch nicht genau. Sicherlich erst, wenn Pastor Rose aus der Kur kommt. Der Zeitpunkt ist noch nicht festgelegt und für später geplant“, erzählt Wecker.

Nicht leicht sei der Familie die Entscheidung gefallen, die Lebensqualität auf Spiekeroog aufzugeben. Aber auf der einen Seite sei die Gemeinde Dötlingen ebenfalls kaum an Naturschönheiten und dem Wohnen auf dem Lande zu überbieten; andererseits gilt die neue Aufgabe als Herausforderung für Jochen Wecker. „Im Jugendhof gab es viele organisatorische und verwaltende Aufgaben. Was mich hier reizt, ist, dass ich wieder mehr Beziehungen mit Menschen investieren kann. Auf der Insel reisten die Gäste immer schnell wieder ab.“ Weiter meint er: „Die Erwartungen an mich sind sicherlich sehr groß. Nicht alle Wünsche werde ich erfüllen können. Aber ich glaube, dass ich einige Erfahrung und auch viele Ideen mitbringe. Außerdem gibt es hier sehr motivierte und fähige MitstreiterInnen in Rathaus, Pfarrbüro und Jugendhäusern. Zusammen können wir einiges auf die Beine stellen. Darauf freue ich mich!“