Dötlingen - Der Widerstand im Dorf war groß, als es darum ging, einen Friedhof mitten im Ort auszuweisen. In den Kirchenratssitzungen im Dezember der Jahre 1850 und 1851 fassten die Mitglieder seinerzeit den Entschluss, bei der anstehenden Aufteilung der „Dötlinger Gemeinheiten“ eine Fläche für die Anlage einer Begräbnisstätte einzutauschen. Ein mündlicher Vertrag wurde aber erst mit dem Köter (Bauer) Johann Stolle im November 1854 geschlossen, um einen neuen Friedhof im Dorf anzulegen.
Heute wird in Dötlingen vom „Alten Friedhof“ gesprochen. 1963 nahm Pastor Geisemeier die letzte Beerdigung vor. Schon bald erfolgte die Entwidmung. Heute ist der „Alte Friedhof“ wieder ein Thema, denn mit EU-Leader-Mitteln als Förderung wird die rund 4700 Quadratmeter umfassende Fläche wieder in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Aus dem EU-Förderprogramm fließen 36 900 Euro. Das gesamte Kostenvolumen der Maßnahme zur Umgestaltung des Areals wird mit 75 000 Euro (netto) angegeben.
Angesagt ist die Neu- und Umgestaltung, aufgezeigt werden soll der „Weg des Lebens“. Die Spannung zwischen Leben und Tod wird mit Stelen, verschlungenen Wegen und Ruhebänken in den Mittelpunkt gerückt.
Nahezu abgeschlossen ist mittlerweile der erste Bauabschnitt. Davon überzeugte sich jetzt Dirk Orth. Er hat den Plan der Neuanlage in Zusammenarbeit mit dem Friedhofausschuss des Gemeindekirchenrates sowie den beiden Dötlinger Pastorinnen Susanne Schymanitz und Claudia Hurka-Pülsch entworfen.
Zum ersten Bauabschnitt gehört die Anlage und Befestigung der Wege durch das Areal, aber auch die Versorgung mit einem elektrischen Anschluss für punktuelle Beleuchtung.
Am Mittwochabend wurden die Standorte für eine ergänzende Baumbepflanzung (ab Herbst) und für die zehn „Meilensteine des Lebens“, die entlang der Wege aufgestellt werden sollen, festgelegt. Von Geburt und Taufe über Schule, Konfirmation, Beruf, Freiheit, Liebe, Heimat, Begegnungen, Erfahrungen sowie Tod und Beerdigung reichen die Inhalte der Meilensteine.
Aufgestellt werden in dem Areal auch verschiedene Ruhebänke. Eine davon wird die Senioren-Union der CDU Dötlingen für die Neuanlage spendieren. Dazu fanden sich die CDU-Vertreter zum Ortstermin ein. Wolfgang Wichmann: „Schon vor zwölf Jahren haben wir nach einer Lösung für den Friedhof gesucht. Umso erfreulicher ist jetzt die Umsetzung.“ Die Bank soll in einer Ecke mit Laube ihren Platz bekommen.
