DöTLINGEN/KNIPHAUSEN - Im Dreieck zwischen Wildeshausen, Vechta und Oldenburg hat Gunda Stolle im Heuerhaus in Dötlingen „Die Galerie“ aufgebaut und jahrelang erfolgreich betrieben. Jetzt sei es Zeit, die Galerie einer neuen Leitung zu übergeben, erklärt sie. Ihre Nachfolgerin ist Bianca Buchmann – Tochter des namhaften Malers und Grafikers Hans Joachim Buchmann. Nach dem Studium „Visuelle Kommunikation“ in Hamburg arbeitete Bianca Buchmann in der Werbebranche, ehe sie als Künstlerin unter anderem in New York ausstellte und später in Schleswig-Holstein eine Galerie

gründete.

In Dötlingen zeigt sie jetzt Malerei und Papierschnitte von Uliane Borchert (Berlin) sowie Bronze-Plastiken und Stein-Skulpturen von Bernd Bergkemper (Langenfeld). Uliane Borchert erarbeitet in ihren Bildern große Figuren und weite Landschaften. Sie bevorzugt kräftige Farben, die, wenn nicht mit dem Pinsel aufgetragen, mit geschnittenem Papier gewonnen werden. Die Papierflächen behalten ihren scharfen Rand und lösen sich von den Gesichts- und Körperzügen. Sie vermitteln den Eindruck eines neuen kubistischen Stils.

Die Skulpturen von Bernd Bergkemper geben Bewegungen von Tieren wieder. Bergkemper weiß die sich biegenden Linien eines aufhorchenden ruhenden Tieres aus dem Diabas herauszuholen und dabei, ohne Realist zu sein, die Spannung im Körper fühlbar zu machen. Die Ausstellung ist bis zum 24. April in der „Galerie“ zu sehen.

In einer Doppelausstellung zeigt die Galerie Wildeshausen Farbradierungen und Unikate von Reinhard Klink und hölzerne Buchobjekte von Ivon Illmer. Die beiden Künstler kommen aus Osnabrück und sind Freunde. Illmers kleine und große aus einem Holzblock geschnittenen Bücher könnten die witzigen Szenen enthalten, die Reinhard Klink notiert und radiert hat: Es sind wörtliche Übertragungen von Begriffen, die als Wortspiel eine zuweilen absurde, stets humorvolle Bildvorstellung auslösen: „Internetsurfer“ ist ein Vogel auf Büchern auf einem Surfbrett, der gerade die Mattscheibe des Monitors durchbricht.

Die Bücher von Ivon Illmer kann man nicht lesen, aber besitzen, die größten eignen sich als Hocker; nicht ihr Inhalt, sondern ihre äußere Form erzählt Geschichten des Entstehens. Die Ausstellung ist bis zum 22. April in der Harpstedter Straße 23 zu sehen (dienstags und freitags von 19 bis 22 Uhr).

Mit dem gleichermaßen poetischen wie ironischen Titel in riskanter Schreibweise „RosenTulpenNelken“ deutet die in Bremen lebende Künstlerin Gertrud Schleising ein Prinzip ihrer Kunst an, Motive alter Fotografien, Kindergeschichten und Szenen aus Alltag und Poesie-Alben miteinander zu verbinden. Immer steht eine weibliche Gestalt, ein Mädchen, im Mittelpunkt, meist in Beziehung zu einer der im Titel genannten Blumen, die übergroß das Mädchen umranken. Das Mädchen ist in Aktion; doch seine Tätigkeit ist spielerisch. Jede Komposition besteht aus mehreren, oft voneinander unabhängigen, mehr gezeichneten als gemalten Geschehnissen, was bedeutet, dass sich häufig kein benennbarer Zusammenhang einstellt, dafür Absurdes, das die heitere Welt der Motive schnell ins Gegenteil verkehren kann (bis 11. Mai mittwochs und sonnabends von 15–17, sonntags von 11–17 Uhr).