DöTLINGEN - Seit 1994 gibt es „EuroArt“, die Vereinigung der europäischen Künstlerkolonien. Sie wurde seinerzeit unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission gegründet, um ein Netzwerk von Künstlerkolonien, Künstlerdörfern und Künstlerorten in Europa zu schaffen. Seit dem 15. Juli 2008 ist nun auch der Ort Dötlingen ein Mitglied in dieser erlauchten Gemeinschaft. Diese frohe Kunde hat die Vorsitzende der Dötlingen-Stiftung, Thea Freiberg, am Mittwochmorgen am Rande des Besuchs der niederländischen Künstler in der Gemeinde mitgeteilt.
Rund ein Jahr hat sich die Dötlingen-Stiftung in dieses Projekt hineingekniet, um als Mitglied bei „EuroArt“ aufgenommen zu werden. Dazu bedurfte es vieler Berichte und Nachweise, dass das Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Künstler angelockt hat.
Die Künstlerkolonien- und orte werden von „EuroArt“ als wichtiges gemeinsames europäisches Kulturerbe gesehen. Sie seien Geburtsstätten wichtiger Kunstströmungen gewesen und „erneuerten im 19. und 20. Jahrhundert die europäische Kunst als Vorreiter und Pioniere des Impressionismus, des Realismus, des Symbolismus, des Post-Impressionismus, des Surrealismus“, so die Vereinigung in ihrer Selbstdarstellung.
Die Organisation hat sich die Pflege, Erhaltung und Verbreitung der Künstlerkolonien zum Ziel gesetzt, die Förderung zeitgenössischer Künstler, die Schaffung einer europäischen Straße der Künstlerkolonien und die Unterstützung des Kulturtourismus. Nach aktuellen Angaben hat sie 46 ordentliche Mitglieder, 24 assoziierte sowie Einzelmitglieder. Dabei ist sie in 21 Ländern vertreten. Aus Deutschland gehören „EuroArt“ unter anderem Ahrenshoop, Hiddensee, Kronberg/Taunus, Prien/Chiemsee und Worpswede an.
Bei der Dötlingen-Stiftung wartet man jetzt gespannt auf weitere Informationen zur Mitarbeit in „EuroArt“. Zudem werden Walter Ulrich und Eckehard Hautau Ende September zu einem ersten Treffen an den bayerischen Chiemsee fahren.
Vor rund 100 Jahren kamen die maler in das Dorf
Die Künstlerkolonie Dötlingen
ist in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden. Das verträumte, abgeschiedene Geestdorf lockte die Maler an. In den Jahren vor 1914 (Ausbruch des Ersten Weltkriegs) haben laut Dorfchronist Horst Wichmann nachweislich mindestens neun Künstler im Dorf gelebt und gearbeitet. Sie widmeten sich besonders der Landschaftsmalerei. Zu den bekanntesten zählten Georg Müller vom Siel, August Kaufhold, Otto Pankok.Literatur
zum Thema: Das „Neue Dötlinger Dorfbuch“ von Heinrich Poppe und Horst Wichmann widmet sich den Künstlern auf 22 Seiten. Im Jahr 2005 erschien ein Kurzführer von Dr. Nils Aschenbeck über die Künstlerkolonie Dötlingen.Mehr Infos unter www.wikipedia.de; www.doetlingen-kultur.de
