Hof - Mit einem Film über die ausländerfeindlichen Krawalle in Rostock-Lichtenhagen sind die 48. Internationalen Hofer Filmtage am Dienstag eröffnet worden. Der Streifen „Wir sind jung. Wir sind stark“ von Burhan Qurbani zeigt die Ereignisse im Jahr 1992. Rechte Randalierer belagerten damals in der Plattenbau-Vorstadt tagelang ein überfülltes Asylbewerberheim und warfen schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze.
Viele der 125 Filme des Festivals befassen sich in diesem Jahr mit aktuellen weltpolitischen oder gesellschaftlichen Problemen. Neben einem Streifen über eine Familie im Nahen Osten geht es etwa um die Suche nach einem besseren Leben in einem fremden Land. Bis zum 26. Oktober stehen 51 Kurz- und 74 Langfilme auf dem Programm.
Eine Retrospektive ist dem israelischen Regisseur Eran Riklis gewidmet. Sein neuer Film „Dancing Arabs“ erzählt vom Leben des jungen Sayed, der in einer arabischen Kleinstadt in Israel aufwächst. Riklis wolle durch seine Filme dazu beitragen, dass die Zuschauer offener für eine multikulturelle Gesellschaft werden, schreiben die Veranstalter. Vom 23. bis 26. Oktober stellt Riklis in Hof eine Auswahl seiner Filme vor.
Einer der deutschen Festivalfilme ist Christoph Hochhäuslers „Die Lügen der Sieger“, in dem ein Journalist (Florian David Fitz) bei seiner Recherche über die Bundeswehr in ein Netz von Lügen und Intrigen gerät. In „About a Girl“ mit Jasna Fritzi Bauer und Heike Makatsch erzählt Mark Monheim von einem missglückten Selbstmordversuch einer Jugendlichen.
Im Internationalen Programm erzählt Peter Sattlers „Camp X-Ray“ von einer Rekrutin, die in Guantanamo Bay einen Wachposten antritt und deren Leben sich völlig verändert, als sie sich mit einem Häftling anfreundet. In „The Judgment“ von Stephan Komandarev schleust ein Mann syrische Flüchtlinge über die griechisch-türkische Grenze.
Am Donnerstag werden der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino für junge deutsche Filmemacher sowie der Filmpreis der Stadt Hof vergeben. Die Stadt Rehau verleiht bereits am Mittwoch den Hans-Vogt-Filmpreis an einen Filmschaffenden, der sich innovativ und kreativ um die Qualität des Tons im Film bemüht.
