Die 32-Jährige ist Autorin und führte Regie. Das Erste sendet den Beitrag heute um 21 Uhr.
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Von Werner Fademrecht
Frage:
Frau Stamer, was machen Sie heute um 21 Uhr?
Stamer:
Ich bin zu Hause in meiner Wohnung in Hamburg, ein paar Freunde kommen zu Besuch.
Frage:
Schauen Sie sich die Ausstrahlung ihres Alexandra-Porträts an?
Stamer: Ich denke, ja. Bislang haben nur ein paar Entscheidungsträger in der ARD den Film gesehen. Mich interessiert schon, wie normale Zuschauer die Sendung finden.
Frage:
Was ist aus heutiger Sicht besonders faszinierend an Alexandra? Glauben Sie, dass die Sängerin auch ohne ihr tragisches Ende eine Legende wäre?
Stamer:
Der Unfall mit ihrem Mercedes Coupé im schleswig-holsteinischen Tellingstedt hat sicher seinen Teil dazu beigetragen. Aber da ist mehr. Alexandra war anders als die anderen Sängerinnen der damaligen Zeit. Sie war nicht blond, sah eher östlich angehaucht aus und sie sang mit ihrer ungewöhnlich tiefen Stimme keine fröhlichen Tralala-Lieder, sondern eher Schwermütiges wie „Sehnsucht“ oder „Zigeunerjunge“.
Frage:
Und natürlich „Mein Freund, der Baum“ ...
Stamer:
Das Lied hat Alexandra übrigens selbst geschrieben. Im Gegensatz zu „Zigeunerjunge“ von Hans Blum alias Henry Valentino blieb es zu Lebzeiten der Sängerin allerdings ein Flop. Die steile Karriere Alexandras dauerte ja gerade einmal zwei Jahre bis zum Unfalltod mit 27 Jahren. In den ersten sechs Monaten danach kauften die Menschen mehr Platten als insgesamt zuvor.
Frage:
S
ie haben den Unfall nachgestellt und auch die Grabstelle auf dem Westfriedhof in München besucht.
Stamer:
Der Aufwand für so ein Hochglanzprodukt wie die seit zehn Jahren laufende „Legenden“-Reihe ist schon beträchtlich. Aus den vier Stunden Dreh auf dem Friedhof haben wir etwa zehn Sekunden zu Beginn und Ende des Films verwendet.
Frage:
Wie lange haben Sie insgesamt an der Fernsehsendung gearbeitet?
Stamer:
Der Startschuss kam im Dezember 2006. Da habe ich aber parallel auch noch an anderen Themen gearbeitet. Insgesamt hat das Projekt von der Recherche angefangen bis zum Schnitt und der Vertonung ein halbes Jahr gedauert. Viel Zeit nimmt allein das Sichten des Archivmaterials und die Suche nach Interviewpartnern in Anspruch.
Frage:
Welcher Gesprächspartner hat Sie am meisten beeindruckt?
Stamer:
Alexandras ehemaliger Manager und auch Liebhaber, Hans R. Beierlein. Mit Ende 70 ist er immer noch als Musikproduzent erfolgreich. Ein sehr netter und angenehmer Gesprächspartner war der Komponist Hans Blum.
Frage:
Gab es auch Schwierigkeiten?
Stamer:
Das Interview mit dem heute in den USA lebenden Sohn Alexandras, der damals als Sechsjähriger mit im Auto saß. Es war unglaublich schwer, terminlich zusammenzukommen. Aber am Ende hat sich der Aufwand doch gelohnt.
Frage:
Glauben Sie eigentlich an die gelegentlich geäußerte These, Alexandra hätte Selbstmord begangen?
Stamer:
Mit der eigenen Mutter und ihrem Kind im Auto? Ich halte das für sehr unwahrscheinlich. Wir bieten den Zuschauern eine andere Erklärung an.