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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Dramatische Geschichte um Liebe und Leidenschaft

22.05.2017

Oldenburg Carmen! Wie muss man sich diese Carmen vorstellen, die so häufig auf den Opernbühnen der Welt zu sehen und zu hören ist? Im 4. Familienkonzert des Oldenburgischen Staatstheaters konnte man am Sonntagvormittag im Großen Haus einen Einblick erhalten in die Welt der Carmen im Spanien des 19. Jahrhunderts.

Unter der Leitung von Thomas Honickel präsentierten Mitglieder des Opernensembles zusammen mit dem Oldenburgischen Staatsorchester und dem Jugendchor Klanghelden in knapp 90 Minuten einen eindrucksvollen Opernquerschnitt.

Drei Erzähler aus den Reihen des Jugendchores führten durch die Opernhandlung: Carmen, eine durch und durch selbstbewusste Frau, sucht keinen Mann fürs Leben, sondern Männer, mit denen sie Zeit verbringt – solange sie es möchte. So einfach ist das und doch gerade so kompliziert, dass sich eine dramatische Geschichte um Liebe und Leidenschaft, Eifersucht, Hass und Tod darum entspinnt.

Der Komponist Georges Bizet (1838–1875) fand die Erzählung von Carmen aus der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée so spannend, dass er eine ganze Oper dazu komponierte, die heute zu den drei meistgespielten Opern der Welt zählt. Sie bietet mitreißende Tanzszenen, atemberaubende Arien, spannungsreiche Duette und eine exotisch anmutende Klangwelt.

Schon im Vorspiel versprüht das Staatsorchester iberisches Temperament und schafft eine vor Leidenschaft strotzende Atmosphäre. Carmen, gesungen von Yulia Sokolik, fügt sich dabei zunächst nicht so recht ein. Mit ihrem warmen Schmelz bleibt sie ausgesprochen blass und gewinnt erst im Laufe der Zeit kernigeren Ausdruck.

Noch auffälliger wird dies im Vergleich zu einer stimmgewaltigen Micaëla, gesungen von Sarah Tuttle, die umso mehr Drama auf die Bühne bringt. Nicht weniger eindrucksvoll gibt sich Evan Leroy Johnson als Don José, der neben seinem großen Tenor viel weiches Timbre offenbart.

Der Stoff, der sich in Bizets Oper zwischen Liebe und Hass aufspannt, ist zeitlos. Weitaus variabler kann die Bandbreite unserer Lesarten sein. Ob wir – wie Bizets Zeitgenossen mit Berufung auf den bürgerlichen Sittlichkeitsdiskurs – immer wieder den so viel bemühten Mythos der männerverderbenden Femme fatale ausspielen müssen, oder auch andere Versionen von Carmen als emanzipierter Frau zulassen, ließe sich dabei durchaus fragen.

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