Würzburg/Nürnberg - Ein bisschen düster ist der neue Franken-„Tatort“, dazu ziemlich philosophisch und ganz schön verschachtelt. In der zweiten Ausgabe des ARD-Kultkrimis aus Nordbayern müssen sich die Ermittler um die sympathischen Hauptkommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) gleich um mehrere Fälle kümmern.

Eine Wirtin liegt erwürgt in ihrer Gaststube, und in der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Uni Würzburg stößt ein Doktorand auf einen Schädel, der nicht zum dazugehörigen Skelett passt. Außerdem sucht eine Frau verzweifelt nach ihrem vermissten erwachsenen Sohn – und schlägt dafür aus Protest vor dem Polizeipräsidium ihr Zelt auf.

So ein großes Team wie die Franken wolle schließlich gefordert sein, erklärt Drehbuchautorin Beate Langmaack („Blaubeerblau“). Für die Figuren bleibt dadurch nicht viel Zeit. Das sei jedoch so gewollt, sagen die Macher.

Die Zuschauer sollen erst nach und nach mehr über die Kommissare erfahren. „Es geht ja nun wirklich nicht darum, in einem Film gleich den gesamten biografischen Hintergrund aller Charaktere zu erzählen“, sagt Fabian Hinrichs. Man wolle sich den Figuren „behutsam annähern und nicht effekthascherisch“. Indem man die Kommissare beobachte, wie sie ihre Arbeit machen und mit anderen Menschen umgehen, komme man ihnen trotzdem sehr nah. Außerdem liege der Fokus beim fränkischen „Dadord“ ganz klar auf den Fällen und nicht auf dem Privatleben der Ermittler.

Nach dem großen Erfolg der ersten Ausgabe mit mehr als zwölf Millionen Zuschauern waren die Erwartungen an den Nachfolger groß. „Das Recht, sich zu sorgen“ (an diesem Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD) setzt den ersten Nordbayern-„Tatort“ nun fast nahtlos fort: Ruhig und bedächtig geht das Team um Ringelhahn und Voss auf Spurensuche. Regisseur Andreas Senn zeigt viel Wald, Natur und malerische Fachwerkhäuser in warmen Farben. Die Dialoge zeichnen sich vor allem durch ihren trockenen Humor aus.

Anfangs sorgen viele schnelle Szenenwechsel für Tempo. Nach und nach erledigen sich jedoch einige Handlungsstränge fast von selbst. Es scheint, als wären es dann doch ein paar Themen zu viel gewesen. Der entscheidende Hinweis für den wichtigsten Fall ist dabei so unauffällig, dass man kaum glauben mag, dass er plötzlich so einfach entdeckt wird. Übrig bleibt – wie so oft – ein eben nur fast perfekter Mord.