Nordenham - Der alte Geldverleiher Ebenezer Scrooge ist schwerreich. An der Wand in seinem Büro hängt ein Foto des Milliardärs Donald Trump. Ebenezer Scrooge ist zudem ein hartherziger Geizkragen. Für seine bedürftigen Mitmenschen hat er nur Verachtung übrig. Selbst Familienmitglieder und sein ihm ergebener Buchhalter Bob Cratchet (Jonas Eilers) sind ihm fremd und verhasst. Zwar hat es in vermeintlich unbeobachteten Momenten den Anschein, als müsse er leicht schmunzeln, doch Luca-Pascal Göttler spielt diesen unausstehlichen, zurückgezogenen, einsamen Halsabschneider aus Charles Dickens Klassiker „Die Weihnachtsgeschichte“ ausgesprochen gut, ruhig, einfühlsam und mit viel Mimik.
Mit viel Herz
Weihnachten hält Scrooge für Geld- und Zeitverschwendung, schlichtweg für Schwindel. Jeder, dem ein „Frohe Weihnachten“ über die Lippen komme, so sagt er, solle am eigenen Weihnachtsbaum aufgehängt werden. Dies ist die Situation, aus der heraus die Theater-Arbeitsgemeinschaft des Nordenhamer Gymnasiums unter der Regie von Lehrer Markus Scharrer mit leicht erhobenem Zeigefinger ein Spiel mit viel Herz entwickelt hat. Ein ambitioniertes Bühnenstück, das am Dienstagabend in der recht gut besuchten Aula des Gymnasiums seine Premiere feierte und tags drauf an selber Stelle wiederholt wurde.
Insgesamt hatte der AG-Leiter 32 Rollen zu besetzen. Interpretiert wurden sie von 23 Schauspielern der Klassen fünf bis elf. Dieses altersmäßig bunt zusammengewürfelte Ensemble hatte durchaus seinen Grund, denn der schwerreiche Stiesel Ebenezer Scrooge erhält in drei aufeinanderfolgenden Nächten Besuch von dem Geist der Vergangenheit (Fiona Spreen), dem Geist der Gegenwart (Hannah Janßen) und dem der Zukunft (Agnes Vokshi). Jeder Geist hält ihm den moralischen Spiegel vor. Die Schauspieler mussten in den verschiedenen Szenen deshalb sowohl in die Rolle von Kindern als auch in die von Erwachsenen und Alten schlüpfen. Ebenezer Scrooge gab’s sogar im Dreierpack: Neben Luca-Pascal Göttler den Geizkragen Scrooge als Kind (gemimt von Silas Wittrock)und als jungen Mann (Alexander Kuckei).
Mit Happy End
Doch es wäre natürlich keine „richtige“ Weihnachtsgeschichte, gäbe es am Ende nicht das Happy End. Als sich nach zwei Stunden Spiel der Vorhang schloss, hatten sich die jungen Schauspieler den kräftigen und herzlichen Applaus ehrlich verdient.
In weiteren Rollen spielten Jonas Eilers, Sadik Gündogar, Bjarne Berger, Eileen Gundlach, Damian Maier, Emily Onken, Elisabeth Beckmann, Lena Schüler, Sara Cinko, Eilin Turan, Melanie Müller, Rieke und Eske Seyfarth, Elaine Holzreiter, Daniela Wiesiolek, Conner Freese und Florin van Norden. Für Licht, Ton und Technik sorgte Jannik Reinelt, Requisiten und Kostüme besorgte Claudia Freese.
