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Kunst Drei Ostdeutsche und ein Bayer

Regina Jerichow

Oldenburg - Schlag auf Schlag, im komprimierten Wechsel präsentiert der Kulturspeicher Oldenburg in diesem Jahr seine Künstler: im Schloss (Juli), im Stadtmuseum (August), im Schloss (September) und wieder im Stadtmuseum (Dezember). Erneut sind drei der vier Künstler, die Ausstellungsmacher Jürgen Steinfeld ausgewählt hat, aus der ehemaligen DDR, Angehörige der Leipziger beziehungsweise Dresdner Schule, die in ihrer expressiven Malerei stets dem Gegenstand verpflichtet sind. Nur der vierte fällt aus dem Rahmen: ein „waschechter Bayer“, der seine Holzschnitte präsentiert.

Wieder bekommt es der Betrachter mit meist starkfarbigen und oft großformatigen Arbeiten zu tun. Es gibt viel zum Schauen, ein Fest für die Augen wie etwa die Arbeiten von Johannes Heisig, der den Anfang macht und schon im Jahr 2000 mit seiner figurativ-realistischen Malerei vom Kulturspeicher gezeigt wurde.

Selbstbildnisse

Anlass der Schau ist der 60. Geburtstag des gebürtigen Leipzigers und ehemaligen Rektors der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Die richtige Zeit für eine Wanderausstellung, die in Frankfurt am Main begann, über Dresden nach Eisenach führte und in veränderter Form in Oldenburg Station macht. Neben Landschaften und Stillleben zeigt Heisig, Sohn des Malers Bernhard Heisig, vor allem mit heftigem Pinselstrich gemalte Selbstbildnisse und Porträts von Freunden.

„Pool“ lautet der lapidare Titel, den sich Ulf Puder, 1958 ebenfalls in Leipzig geboren und Schüler von Bernhard Heisig, für seine Schau ausgewählt hat. Seine Bildwelt wird von surrealer Architektur beherrscht: Behausungen verschiedenster Art, die den Betrachter mit unbestimmten, leise bedrohlichen Raumsituationen konfrontieren. Es sind Wände, Mauern und Fassaden an der Grenze zwischen Geborgenheit und Schutzlosigkeit, zwischen Isolation und Kommunikation, geheimnisvolle Bilder, mit denen Puder vor allem in den USA „gut im Geschäft ist“.

Mit dem Dresdner Maler Ralf Kerbach (Jahrgang 1956) schließt Steinfeld eines seiner „Projekte“ ab, das mit Hans Scheib 2003 begann, mit Cornelia Schleime, Helge Leiberg und zuletzt Reinhard Stangl fortgesetzt wurde. Alle fünf ehemaligen DDR-Künstler, die zu unterschiedlichen Zeiten vor dem Mauerfall emigriert sind, fanden sich 1986 in der legendären „MALSTROM“-Ausstellung im „Haus am Waldsee“ in West-Berlin zusammen.

Holzschnitte

Kerbach, der seit 1992 eine Professur für Malerei und Grafik an der Dresdner HfBK innehat, steht mit seiner figürlichen, starkfarbigen Malerei in der Dresdner Maltradition. Die Werkserie „Nachtzug“, in der er sich seit 2005 mit dem Topos des Reisens auseinandersetzt, bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung.

Zum Abschluss kommt Bernd Zimmer, der 1998 schon einmal mit seiner Malerei im Kulturspeicher vertreten war. Diesmal ist sein Holzschnittwerk zu sehen, das in den vergangenen 25 Jahren gewachsen ist und Steinfeld zufolge bisher nur wenigen Fachleuten und Sammlern ein Begriff ist.

Der 1948 geborene Künstler gilt als einer der herausragenden Vertreter dieses druckgrafischen Mediums. Zu den wichtigsten Exponaten gehören seine Tiki (Wächter)-Figuren, die auf eine Südseereise im Jahr 1995 zurückgehen. Gezeigt wird jeweils ein Original-Druck und daneben der Druckstock – sehr farbig, geradezu malerisch und fast drei Meter hoch.

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