Bad Zwischenahn - Zur Galerie mit Meerblick wird der Lesesaal der Wandelhalle noch bis zum 23. November. Hier präsentieren drei Künstlerinnen unter dem Motto „1 und 1 macht 3“ ein interessantes Spektrum aktueller regionaler Kunst. Gezeigt werden Collagen von Helga Kluin-Behrendt aus Bad Zwischenahn, Plastiken von Mechthild Menzel aus Cloppenburg und Malerei von Marion Adda Sprenger aus Oldenburg.

Hans-Peter Tuchscherer vom Verein der Kunstfreunde eröffnete die Gemeinschaftssaustellung vor zahlreichen Gästen. In seiner Einführung machte er die Bedeutung von Kultur und Kunst deutlich und stellte die Künstlerinnen und ihre Werke vor. Man könne sich wundern über den Titel der Ausstellung „1 und 1 macht 3“. „Aber beim genaueren Hinsehen wird deutlich, dass die Kunst jeder einzelnen Künstlerin zusammen mit den anderen mehr ist, als die von einer allein.“

Mechthild Menzel zeigt in Beton patinierte figürliche Plastiken. Ihr zentrales Thema ist die menschliche Gestalt. In eigener Technik ummantelt sie Stahlgerüste mit einer speziellen Betonmischung. So entstehen aus scheinbar schweren Werkstoffen zarte, filigrane Figuren wie die „Swinging Woman“, eine überschlanke formreduzierte Frauengestalt in schwungvoller, aufstrebender Leichtigkeit. „Sie hat in ihren Skulpturen schwerfällige Masse zum Tanzen gebracht“, fasste Tuchscherer zusammen.

Die zweite Künstlerin, Marion Adda Sprenger, ist mit Malerei vertreten. Ihre ausdrucksstarken, ungegenständlichen Bilder zeigen ein breites gestalterisches Spektrum. Es reicht von zarter, transparenter Farbgebung über Spachtelarbeiten mit pastos aufgetragenen Farben, Materialbildern in Acryl und Eitempera bis hin zu Farbexplosionen auf großen Formaten. „Ich versuche, mit möglichst wenigen Farben zu arbeiten, die ich dann auf der Leinwand vermische“, sagt die Malerin zu ihrer Arbeitsweise. So zeigt eine Arbeit einen dynamischen, expressiven Farbverlauf in grün-blau- Tönen. Ihre Bilder entstehen im Atelier „Zwischenraum“ in Oldenburg.

Die dritte Künstlerin, Helga Kluin-Behrendt, lebt seit 50 Jahren in Bad Zwischenahn. In ihren Werken hat sie sich dem Thema Zeit gewidmet, die sie in ganz eigener, kreativer Sichtweise dokumentiert: Ihre Collagen zeigen Teile alter Uhren, wie Ziffernblätter, Federn oder Unruhen, zudem Mineralien und Holzfragmente, auf denen die Zeit Spuren hinterlassen hat. Diese Elemente fügt sie auf farbigem Grund zu neuen, inspirierenden Bildaussagen zusammen. So zeigt eines der neuesten Werke mit dem Titel „Balance“ eine Goldwaage. „Auf die Waagschale kann der Betrachter symbolisch legen, was er möchte und was ihm wichtig ist“, sagt die Künstlerin. Sie möchte im „Heute“ leben und geht gern in die Natur, um sie bewusst zu erleben.

Die Gemeinschaftsausstellung „1 und 1 macht 3“ kann bis zum 23. November im Lesesaal der Wandelhalle, Auf dem Hohen Ufer besucht werden. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr. geöffnet. Der Eintritt ist frei.