DRINGENBURG - Hier kann man mal wieder so richtig lachen, freut sich Marianne Weers aus Wiefelstede. Jedes Jahr besucht sie eine der Aufführungen der Speelköppel Dringenburg und ist immer aufs Neue begeistert. Das Ensemble hat einfach ein gutes Händchen und sucht die richtigen Stücke aus, stimmt Alko Bernecker zu.
Beide sahen sich jetzt wie viele andere Laientheaterfans das neue Lustspiel Sneedrieven in der Dringenburger Schule an und amüsierten sich bei der Premiere von der ersten bis zur letzten Minute. Dazu gab der Dreiakter von Georg Ludy auch allen Anlass.
Die Laienspieler verpassten ihren Rollen ganz eigene Merkmale. So brachte der stotternde Möchtegern-TV-Producer Wenzel Pieke (gespielt von Hartmut Gerdes) mit reichhaltiger Mimik und Gestik frischen Wind auf die Bühne und die etwas schrullige Alma Schrubb (Manuela Hillmer) sorgte mit ihren gekonnten paddeligen Gesichtsausdrücken ebenfalls für großes Gelächter.
Ort des Geschehens im neuen Dringenburger Stück ist die Pension Himmelstor. Sie liegt mitten in den Bergen und überraschenderweise spricht man auch dort ausschließlich Plattdeutsch. In der Pension läuft es seit einiger Zeit nicht besonders gut. An vielem nagt der Zahn der Zeit; Modernisierungen und Sanierungen wären dringend notwendig. Die flotte Pensionswirtin Eva Keck (Mara Langerenken) hat sich deshalb eine sehr zeitgemäße Marketingstrategie einfallen lassen: Sie arrangiert Blind-Dates. Die ersten Gäste trudeln ein. In dicker Winterkleidung mit Skiern über der Schulter erscheinen Willi Filzer (Olaf Hinrichs) und sein Stammtischbruder Udo Wender (Detlef Gerdes) an der Rezeption. Filzer, bislang treuer Ehemann und unbescholtener Chef einer Strickwarenfabrik, und der Landmaschinenmechaniker Udo erwarten sich von diesem Wochenende etwas Abwechslung. Doch das Wochenende hat es in sich, vieles kommt anders als man denkt. Dafür sorgen unter anderem Gerlinde (Heike Diers) und Manuela (Tina Schröder). Gut, dass die schrullige Alma stets ihre Flasche mit selbst gebranntem Fusel zur Hand hat.
Ein Stück voller Irrungen und Wirrungen war es, das die Zuschauer in Dringenburg geboten bekamen. Das Spiel auf der Bühne machte den Laienschauspielern bei der Premiere sichtlich Spaß.
Seit Januar haben die Laienschauspieler geprobt, an 21 Abenden wurde geübt, geübt und geübt, so dass bei der Premiere letztlich alles glatt lief. Nur als Hartmut Gerdes als Wenzel Pieke mit schwungvollen Bewegung eine Blumenvase vom Tisch fegte, zuckten auch bei den Schauspielern die Mundwinkel und sie hatten sichtlich Mühe, ernst zu bleiben. Die Zuschauer indes bogen sich vor Lachen auf den Stühlen.
