DüNGSTRUP - „Die Gilde ist gelebte Geschichte.“ Dieser Satz kommt Jörn Ahlers nach einem Jahr als Schaffer leicht von der Zunge. Vater Friedrich Ahlers war vor genau 25 Jahren Schaffer der Wildeshauser Schützengilde. In diesem Jahr saß Sohn Jörn beim Schaffermahl am Ehrentisch und kann auf zwölf Monate spannender Ereignisse zurückblicken.

Trotz der beruflichen Belastung habe er die Annahme des bedeutenden Amtes keine Sekunde lang bereut, berichtet der 38-jährige Landwirt. Gemeinsam mit Ehefrau Katrin (34) denkt er gern an den Pfingstdienstag zurück: Wachesoldaten, Trommler, Richter, Wahlmänner, Fähnriche, der Hauptmann der Wache und der Chef des Protokolls holten das Paar vom Hof in Düngstrup ab. „Dass die Wahl diesmal auf einen Vertreter aus der Landgemeinde fiel, ist eine Auszeichnung“, weiß er um die Bedeutung. Unvergessen bleibt auch die Proklamation Punkt 24 Uhr vor dem historischen Rathaus und die nachfolgenden Feiern.

Gemeinsam mit König Volker Böttjer besuchte Ahlers im Gildejahr die Geburtstage der Offiziere und weiterer Würdenträger. Ihr Gastgeschenk: das „kleine König- und Schaffermahl“ – selbst gemachte Erdbeermarmelade von Imke Böttjer und eine kleine Salami aus Ahlers’ Produktion. „Die Begegnungen mit den vielen Menschen ist das schönste Geschenk für einen Schaffer“, sagt er – stolz und froh, die Geschichte nun prägen zu dürfen. Viele Feiern sind in Erinnerung geblieben. Besonders gern erzählt Ahlers vom Geburtstag von Oberstleutnant Wilfried Bonke. „Wir saßen an einer langen Tafel, mit Bonke am Ende.“ Nach und nach rückten König und Schaffer ein Stück voran. Der langjährige General zeigte sich an den „Neulingen“ überaus interessiert. Mit Musik wurde zünftig gefeiert. „Und alle Gäste mussten bis 23 Uhr bleiben, dann erst sei die Altersgrenze erreicht.“

Schafferin Katrin kam zu vielen Feiern mit. Ohnehin seien auch die Offiziersfrauen sehr aktiv. Intensiv war der Kontakt zur Wache. „Dort gibt es, wie überall in der Gilde, eine fantastische Kameradschaft.“ Kürzlich stellte man gemeinsam die Schilder fürs Gildefest auf. Dank sagt Ahlers vielen, die ihn unterstützt haben, ob Amtsvorgänger Stefan („Malle“) Mahlstede, seine Begleitoffiziere Thomas Finkenzeller und Bernd Niester – und nicht zuletzt seinem Vater. „Viele Dinge haben sich seit der Schafferzeit meines Vaters verändert“, meint er. Der Festablauf sei inzwischen professionell. „Aber die Männer, die die Statuten erarbeitet haben, haben Weitsicht und Köpfchen bewiesen.“

Seit 1991 ist Jörn Ahlers Mitglied der altehrwürdigen Gilde. Nicht einmal 20 Jahre später darf er als Schaffer ausmarschieren. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, hat er den grünen Rock bei Schneider Clemens Rohenkohl abgeholt. Der Termin war wohl eher Zufall, aber „schaffen“ für die Gilde will Ahlers auch künftig.

beginnt am Himmelfahrtstag,13. Mai, um 10.30 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst. Ihn gestalten Silvia Duch (Ev.-luth. Kirchengemeinde), Pastor Holger Kintzinger (Kath. Gemeinde St. Peter), Pastor i.R. Peter Seewald (Ev.-freikirchl. Gemeinde), Jörg Ahrend-Uhde (Diakonie Himmelsthür) sowie der Bläserkreis. Während des Gottesdienstes verliest Bürgermeister Dr. Kian Shahidi in seiner Eigenschaft als General der Schützengilde die Namen der verstorbenen Mitglieder der „Totenlade“ der Gilde.

beginnt am Himmelfahrtstag um 14.30 Uhr die traditionelle Versammlung der Schützengilde. Die Tagesordnung ist in den Statuten festgelegt:          

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent