DüNSEN - Der Putz bröckelt, tiefe Risse ziehen sich durchs Gemäuer, die ehemals weiße Farbe ist von einem Grauschleier überzogen – kein schöner Anblick für die 24 Jugendlichen und ihre Verwandten, die am Sonnabend Konfirmation in der Dünsener Zufluchtskirche feiern. Um die Kirche in besserem Licht erscheinen zu lassen, fand sich dieser Tage eine Gruppe von rund zehn freiwilligen Helfern, die spontan ein Gerüst, Farbe und Putz organisierten, bereit, die gröbsten Mängel unentgeltlich zu beheben.
Die engagierten Bürger wurden jedoch von der Gemeinde als Eigentümerin des Kirchengebäudes ausgebremst. „Der Bürgermeister ließ uns mitteilen, dass unsere Hilfe nicht gewünscht ist“, ärgert sich Stefan Hehr, Vater von Zwillingen, die am Sonnabend in Dünsen konfirmiert werden sollen. Die Argumente der Gemeinde, es könne sich jemand verletzten und außerdem solle die Kirche ohnehin irgendwann fachgerecht saniert werden, lässt Stefan Hehr nicht gelten: „Bei der Kirchenrenovierung in Harpstedt und beim Pastorengarten sind ehrenamtliche Helfer zumindest gern gesehen.“ Auch am mangelnden Know-how könne es nicht liegen: „Haben doch einige dieser Helfer vor kurzem das Vereinsheim des SC Dünsen in neuem Glanz erstrahlen lassen.“
„Wir freuen uns natürlich über jeden, der ehrenamtlich arbeitet“, betont Dünsens Bürgermeister Hartmut Post aufNWZ
-Nachfrage. „Aber in diesem Fall geht das so einfach nicht.“ Für ihn kam die Bürgeraktion zu kurzfristig. Zunächst müsse noch die versicherungstechnische Frage geklärt werden: „Wer haftet, wenn da jemand vom Gerüst fällt?“ Außerdem erfordere gerade das Beheben des großen Risses, der offensichtlich durch einen früheren Baufehler entstanden sei, Maßnahmen eines Fachmannes. Noch bis zum 31. Mai laufe der Mietvertrag mit der Kirchengemeinde Harpstedt. Für Juni habe die Kirchengemeinde eine Summe von 5000 Euro zugesagt, die zweckgebunden für eine Renovierung der Kirche bestimmt sei. Auch die Gemeinde Dünsen wolle Geld zur Verfügung stellen, der Haushalt sei aber noch nicht verabschiedet.Der Riss, so Post, sei zwar hässlich, „aber schon so viele Konfirmanden mussten mit ihm leben, da können es diese 24 am Sonnabend auch.“
