Dünsen - Comedy-Shootingstar(k) Benni Stark hielt Freitagabend Einzug in die Zufluchtskirche in Dünsen. „kleider.lachen.leute“ heißt sein Soloprogramm, das er in der Reihe „Kultur am Glockenturm“ vorstellte. Eine Reise durch die Shoppingwelt, aber auch zurück an seine frühere Wirkungsstätte als Verkäufer im Modehaus.
Doch bis Stark dort richtig ankam, brauchte er fast eine Stunde. Zuvor suchte er den Kontakt zu seinem Publikum. „Wer hat Abitur?“ Die Hände blieben unten. „Wer Realschule?“. Gleiches Bild. „Wer hat gar keinen Abschluss?“ Auch hier blieben die rund 100 Comedy-Fans eine Zeige-Antwort eher schuldig. Auch die Fragen nach Pärchen oder Singles sollten kaum beantwortet werden. Benni Stark lachte: „Das ist ja ein Publikum hier!“ Doch irgendwie bekam er dann doch die Kurve. Die Zuschauer hingen an den Lippen und nahmen die Kalauer gerne an. Nur mit der direkten Konversation haperte es eben etwas. Erst als Stark auf seine 13 Jahre als Mode-Verkäufer zu sprechen kam, war der Bann gebrochen.
Stark war nämlich Herrenausstatter aus Leidenschaft. Jahre des Lernens, in denen er schnell erkannte, dass Frauen das Sagen haben und Männer auf Kommando hören – auch beim Anzugkauf. Gespräche zwischen Mann und Frau, zwischen Alt und Alt, zwischen Kompetenz und Sprachbarrieren setzten sich in seinen Erinnerungen fest. Das Beste daraus gab er in seinem Aufführung kund.
Amüsantes, Pikantes und auch Alltägliches hatte Stark zu erzählen. Das reichte von Anrufen bis zu Meldungen wie „Die Pullover tanzen auf den Tischen“. Aber es ging auch um Männer, die alleine Klamotten kaufen.
Situationen, die Benni Stark in seiner Zeit als Mitglied einer Vorstadtgang nicht in den Sinn gekommen wären. Doch heute hat er die Antworten. Mit messerscharfen Pointen und einem ihm eigenen skurril-satirischen Blickwinkel. Der reicht bisweilen auch bis zur eigenen Frau. Auch die hat das Sagen. Weiß er heute. Beim Kauf eines 20-Kilo-Sackes mit Gartenkies im Baumarkt entdeckte sie ein kleines Loch im Sack. Zwei, drei Steine waren herausgerutscht: „Schatz, den tauschen wir doch lieber aus.“
Im Balanceakt zwischen Ghetto und Gucci bewegt sich Benni Stark durch sein Bühnenprogramm. Immer schrammt er hart an der peinlichen Realität vorbei und vereint auf der Bühne all das, was eigentlich nicht zusammenpasst.
Das gefiel dem Großteil des Publikums. Die Lacher waren nicht zu überhören.
