DüNSEN - „Wir sind ein Rat, der zur Ratlosigkeit verurteilt ist.“ Heinz-Jürgen Greszik, Ratsherr der Dünsener Bürgerliste (DBL), sprach am Montagabend im Landhaus Dünsen aus, was wohl alle Mitglieder des Dünsener Gemeinderates kurz vorm Absegnen der Haushaltssatzung für 2012 empfanden. „Wir haben im Haushalt ein Minus von 60 000 Euro und leben aus der Schatulle. Die Umlagen sind schon nicht mehr aus den Steuereinnahmen aufzubringen“, stellte Greszik ernüchternd fest.

Viel Spielraum zur Gestaltung des Gemeindelebens sah auch Bürgermeister Hartmut Post (Wählergemeinschaft Dünsen/WGD) nicht mehr: „Das ist alles nicht befriedigend.“ Im Laufe des Jahres wolle der Rat in sich gehen und überlegen, was man anders machen könne, ohne die Steuern zu erhöhen. Eine Möglichkeit sei, so Greszik, noch mehr ehrenamtlich Tätige zu gewinnen. Heinrich Dittmer-Hohnholz (WGD) schlug vor, eine „Rentnerband“ nach dem Vorbild der Fördergemeinschaft Koems in Harpstedt zu initiieren: „Da muss sich nur einer finden, der das dann in die Hand nimmt.“

Gerade einmal eine einzige investive Maßnahme hat die Gemeinde für 2012 in ihrem Haushalt stehen: Es ist ein Zuschuss von 500 Euro für die Komplettierung einer Musik- und Lichtanlage, die der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit im Dünsener Gemeindezentrum zugute kommt. Die Anlage soll aber auch anderen Gruppen und Vereinen, die im Gemeindezentrum etwas aufführen wollen, zur Verfügung stehen.

Im Ergebnishaushalt liegen die ordentlichen Aufwendungen von 807 700 Euro um 60 200 Euro höher als die Erträge. Der Finanzhaushalt (Auszahlungen 705 700 Euro) schließt mit einem kleinen Plus von 300 Euro.

Einer der größter Ausgabeposten für das Jahr 2012 sind die rund 45 000 Euro für die Unterhaltung von Gemeindestraßen. Zuschüsse von 2000 Euro gibt es für das Kulturprogramm am Glockenturm des Heimatvereins, 2500 Euro für die Jugendarbeit des SC Dünsen und 1000 Euro für eine Heizungsanlage beim Schützenverein.

Die Umlagen schlagen mit 539 600 Euro (Vorjahr: 594 000 Euro) zu Buche (196 800 Euro an den Kreis, 342 800 Euro an die Samtgemeinde). Allein die Aufwendungen, die im doppischen Haushalt durch die Abschreibungen entstehen, betragen 102 000 Euro.

An Einnahmen durch die Gewerbesteuer werden 200 000 Euro erwartet (2011 flossen knapp 90 000 Euro in die Gemeindekasse). Der Einkommensteueranteil beträgt 332 300 Euro. Der Hebesatz für die Grundsteuern A und B bleibt bei 250 Prozentpunkten, der für die Gewerbesteuer bei 380 Prozent.