Dünsen - Was passiert, wenn 13 ehemalige Profi- und Studiomusiker das Musikmachen nicht lassen können und ohne Gage auf den Bühnenbrettern stehen, um ein fulminantes musikalischen Feuerwerk zu entfachen. Mit einem Repertoire aus Genres wie Rock, Soul und Latin? Ganz einfach: Sie gründen die Band „NeverTooLate“. Ein Name. Eine Band. Eine Anspielung auf die Lust und Freude an der Musik, aber auch das Junggebliebensein und eine treue Fangemeinde.

Wie sich das anhört, aussieht und auch anfühlt, das konnten am Freitagabend die Konzertbesucher in der Zufluchtskirche in Dünsen genießen. Damit hatte der Heimatverein Dünsen einen Volltreffer in der Reihe Kultur am Glockenturm in der Veranstaltungskirche gelandet. Es war brechend voll, die Atmosphäre wie in früheren Zeiten in den sogenannten progressiven Diskotheken. Von einem normalen Konzert sprach dabei niemand. Das zeigten auch schon die locker aufgestellten Einzeltische im ehemaligen Kirchenraum.

Und wer zwischendurch einmal die Augen schloss, dabei die Anfeuerungsrufe hörte, der wähnte sich zurückversetzt in die besten Zeiten seiner Jugend zur Musik von Bryan Admas, Rolling Stones, Jethro Tull, Golden Earring, Joe Coker, Steamhammer oder eines Wilson Picketts. Doch es waren nicht die Teenies und Twens von damals, sondern ein Ü-60-Publikum, das die Musik von „NeverTooLate“ aufsog und genoss. Auch das Schlagzeugsolo von Jürgen Wiethoff, der an der Doppelfußmaschine die beiden Base-Drums zum Zittern brachte und wahre Beifallsstürme genoss, bevor es in die Pause ging.

Das Beste dabei, die Musiker verlangen keine Gage, bitten dafür aber um Spenden die schon an verschiedene Bürgerhäuser und gemeinnützige Kultur- und Sozialinstitutionen gingen.

Wer das Disco-Konzert von „NeverTooLate“ live miterlebte, der hatte am Ende nur einen Wunsch. Gerne noch einmal wieder. Doch der Terminkalender der 13-köpfigen Band ist voll. Immerhin haben die Dünsener nun einen Fuß in der Tür…