DüNSEN - „Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, dass wir dieses Haus auch nach dem 1.6. mit Leben füllen können.“ Dünsens Bürgermeister Hartmut Post gab sich am Mittwoch hoffnungsvoll, was die Zukunft der Zufluchtskirche angeht. Zuvor hatten sich gut 30 Bürgerinnen und Bürger – darunter auch Jugendliche –, Vertreter der Kirchengemeinde und Ratsmitglieder beim Infoabend der Gemeinde Dünsen über Ideen für den Erhalt der Kirche ausgetauscht. Damit will sich nach Ostern nun der Rat befassen.
Bekanntlich läuft Ende Mai der Mietvertrag mit der Kirchengemeinde aus, nachdem die politische Gemeinde Ende 2002 das Gebäude gekauft hatte. Die Kirche war seither Mieterin und zahlte einen Betriebskostenzuschuss – doch nun fehlen die Mittel. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Kosten der Zufluchtskirche nach überschlägigen Berechnungen der Gemeinde auf 10 000 Euro (Betriebskosten, Erhaltung, Außenpflege).
Neues konnte Bürgermeister Hartmut Post nach Gesprächen mit der Kirche vermelden: Die Kirchengemeinde habe einen Nutzungsvertrag mit Zahlung eines kleinen Obolus angeboten; angedacht sei dies über drei Jahre. Sollte mittelfristig aber die Personallage schlechter werden, „ist die Frage, ob die Kirchengemeinde das noch leisten kann in Dünsen“. „Am Herzen“ liege den Dünsenern besonders der Verbleib von Kinderkirche, Konfirmation, Angeboten für Ältere, Schulanfängergottesdienst und Krippenspiel.
Verschiedene Ideen für die Kirche stehen im Raum. Insbesondere geht es dabei, wie beim Infoabend deutlich wurde, um zusätzliche Nutzung des Gebäudes. So wären Konzerte eine Option: Pastor Gunnar Schulz-Achelis regte hier eine „eigene Arbeitsgruppe für Dünsen“ an, die ein kulturelles Programm erarbeitet, jedoch von Erfahrung und Kontakten der Harpstedter profitieren könnte: „Ideal ist eine Partnerschaft mit einem örtlichen Verein.“ Im Fokus steht dabei der Heimatverein, für den Jutta Hohnholz grundsätzliche Bereitschaft signalisierte, sich des Themas anzunehmen: Es müssten aber Regelungen etwa zum finanziellen Risiko getroffen werden.
Weitere Ideen waren eine Spendenaktion, eine Sanierung der Räume durch die Gemeinde und anschließend Vermietung etwa für Hochzeiten; ferner eine Nutzung für Kurse oder Theateraufführungen. Heinz-Jürgen Greszik konnte sich eine „Heimatstube“ als Treffpunkt für alle vorstellen. Egon Hehr freilich forderte, „die Kirche sollte Ansprechpartner Nr. 1 sein und sich nicht rausmogeln“. Er sah „Harpstedt in der Pflicht, ein bisschen was zu tun“, da dort die Kirche renoviert wurde.
Schulz-Achelis versicherte, auch die Kirche wolle, „dass es weitergeht“. In Aussicht stellte er Hilfe durch die Kirchenstiftung, die die Schaffung eines Podests am Altar unterstützen und sich an der Nutzungsentschädigung beteiligen wolle, sowie durch die Baugruppe, die weiter kleinere Reparaturen ausführen könne. Eventuell denkbar sei auch ein eigenes Kirchgeld für Dünsen. Dass sich die Kirche einbringen wolle, sei positiv und Voraussetzung, fand Lüder Wessel: „Wir sollten nicht gleich abreißen, sondern erst probieren, die Vorschläge umzusetzen.“ Post verhehlte nicht, dass es auch Bürger gebe, die dagegen sind, Geld hineinzustecken, aber: „Abreißen sollte das Allerletzte sein. Das Gebäude hat eine Geschichte.“
