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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Filmfest Oldenburg: Düsterer Thriller wirkt als cineastisches Puzzle

17.09.2015

Oldenburg Der Titel des Films von Regisseur Dennis Hauck ist Programm. Nicht nur weil er nach Beginn der Vorführung auf sich warten lässt. Privatdetektiv Mel Sampson (John Hawkes) ist immer „Too Late“ – einfach immer zu spät. Gleich zu Beginn des Films kommt der bauernschlaue Ermittler nicht zur rechten Zeit zu seiner Verabredung. Als er den Weg in die Hollywood Hills endlich geschafft hat, hat das Böse längst zugeschlagen.

Die Szene ist der Anfang von Ende. Auch filmtechnisch gesprochen, denn Hauck inszeniert seinen düsteren Neo-Noir-Thriller nicht chronologisch. Im Zuge der Handlung springt „Too Late“ immer wieder nach vorn und wieder zurück, ehe sich erst mit der letzten Szene das ganze große Bild ergibt Ein letzter Aha-Effekt beim Publikum.

Die Zeitsprünge sind nicht der einzige Kunstgriff, an dem sich Hauck versucht. Sein Film ist in fünf Akten aufgebaut, die jeweils ohne einen einzigen Schnitt auskommen. Das wirkt nicht immer gelungen. Besonders in der ersten Szene kommt dies allzu bemüht daher. In den schlechtesten Momenten erinnert „Too Late“ dadurch an schlimmstes deutsches Regietheater, in den besten allerdings an ganz großes Kino.

Ähnlich verhält es sich mit den schauspielerischen Leistungen. Während die männlichen Nebenrollen bis auf den großen Robert Foster („Jackie Brown“) eher talentfrei besetzt sind, überzeugen sämtliche Frauen mit hervorragenden Darbietungen. Von Filmfest-Stargast Joanna Cassidy („Blade Runner“) als Großmutter in Sorge über Natalie Zea („Justified“) bis hin zu Crystal Reed, die der Dreh- und Angelpunkt der geheimnisvollen Geschichte ist: „Too Late“ hat starke Frauen zu bieten.

Allen voran marschiert Dichen Lachman als abgebrühte Stripperin, die in einer Liga mit Hauptdarsteller John Hawkes spielt. Beide sind preisverdächtig.

„Too Late“ ist ein filmisches Puzzle, dessen Lösung sich für den Zuschauer lohnt. Auch wenn der Weg dorthin durchaus anstrengend sein kann.


     www.filmfest-oldenburg.de 
Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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