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Spiele-Test FC 24 Die Fußball-Revolution bleibt aus – EA Sports setzt unter neuem Namen auf Bewährtes

Torben Rosenbohm Udn Christian Schwarz
Tottenhams Heung-min Son beim Abschluss gegen den FC Liverpool

Tottenhams Heung-min Son beim Abschluss gegen den FC Liverpool

EA Sports

Oldenburg - Mit der Fußball-Simulation Fifa hat Videospiele-Produzent Electronic Arts (EA) über Jahre den Markt beherrscht, Fifa 23 bescherte dem Unternehmen im vergangenen Fiskaljahr Rekordumsätze. Nun ist ein neuer Teil der Reihe herausgekommen, der genau genommen der erste Teil eines neuen Produkts ist: EA FC 24. Fifa, der Name des Fußballweltverbands, so riesig und mächtig wie umstritten, taucht nicht mehr auf. Vor gut einem Jahr wurde die jahrzehntelange Zusammenarbeit aufgekündigt: eine Nachricht, die einer Revolution gleich kommt. Doch wie revolutionär ist EA FC 24?

Never change a running system

Wer das Spiel startet, fühlt sich zumindest wie zu Hause. Denn auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert: Einstellungsmöglichkeiten, Menüpunkte, Controller-Funktionen – all das ist gleich geblieben. Und auch das Spiel selbst, die Szenen im und vor dem Stadion, kommen Fifa-erfahrenen Gamerinnen und Gamern sehr bekannt vor. Die Kommentare von Frank Buschmann und Wolf-Christoph Fuß sind ohnehin dieselben wie in den vergangenen Jahren. Hier scheint nur graduell nachgebessert worden zu sein, und so nervt auch in dieser Version Buschis anscheinend willkürlich verbreitete Begeisterung, wenn er sagt, die Fußballwelt habe seit Wochen auf die Partie Erzgebirge Aue gegen SC Freiburg II hingefiebert.

All das muss nicht schlecht sein: Never change a running system! Grafisch begeistert das Spiel auch in der neuen Version, Harry Kanes Haare sitzen bis ins Detail, und die Bewegungen der Spieler sehen größtenteils hochrealistisch aus. Neu sind eher Kleinigkeiten, wie auf dem Rasen eingeblendete Statistiken – was aber nur sporadisch passiert und so den Spielspaß nicht unnötig stört – oder die Anzeige der Flugrichtung des Balles beim Flanken, die präzisere Anspiele ermöglicht. Ganz nett ist auch die Ich-Perspektive des Schiedsrichters beim Zücken von Gelben oder Roten Karten. Da kann man das fürchterliche Lamentieren und Jammern der Spieler mal ganz aus der Nähe betrachten.

Schick: Der Signal Iduna Park in Dortmund. Bild: EA Sports

Schick: Der Signal Iduna Park in Dortmund. Bild: EA Sports

Ligenvielfalt bleibt erhalten

Eine große Befürchtung nach der Trennung von der Fifa kann EA FC 24 den Spielenden nehmen: Über 30 Profi-Ligen mit mehr als 19.000 Fußballerinnen und Fußballern sind im Spiel enthalten. Aus deutscher Sicht etwas ärgerlich: An der Seitenlinie stehen nur Edin Terzic von Borussia Dortmund und die Trainer der 3. Liga. Aus anderen Topligen sind sämtliche Coaches mit dabei (wenn auch das Gaming-Alter-Ego der Trainer optisch oft nicht viel mit dem Original zu tun hat). Zu einem Rechte-Aderlass ist es hier also nicht gekommen. Etliche nationale Männer-Ligen (auch die saudi-arabische) und fünf Frauen-Ligen (da natürlich keine saudi-arabische) gehören zum Spiel.

Auch die verschiedenen Spielmodi sind im Großen und Ganzen gleich geblieben. Bei der Managerkarriere wird nun mehr Fokus auf Taktikkonzepte und Trainingspläne für die Spieler gelegt, und Spieler können durch erfolgreiche Trainingseinheiten besondere Fähigkeiten für das anstehende Spiel gewinnen. Wer hier eine Saison beginnt, startet auch tatsächlich mit dem aktuellen Bundesliga-Spielplan. Positiv: Bei Werder gegen Bayern singt „The BossHoss“ nicht die Nationalhymne.

Online-Spielmodi und Suchtpotenzial beim Sammeln

Natürlich beschränkt sich der virtuelle Kick nicht nur auf Duelle mit der KI, sondern lässt sich dank Online-Anbindung ohne örtliche Limitierung erweitern. Das gilt nicht nur für ein spontanes Freundschaftsspiel gegen den Kumpel aus einem anderen Stadtteil oder Bekannte auf fernen Kontinenten, sondern auch für weitere Spielmodi wie beispielsweise „Volta“. Eigentlich macht der dort im Fokus stehende Straßenfußball in der Realität ja noch etwas mehr Spaß, aber der Online-Schlagabtausch inklusive besonderem Spielfeeling kann sich sehen lassen.

Ebenfalls an Bord: Die Solo- oder Koop-Seasons, in denen ein Team den Aufstieg durch die Ligen in Angriff nimmt – wenn es denn klappt. Das ebenfalls bewährte Element „Pro Clubs“ wiederum bietet die Möglichkeit, zusammen mit anderen eigene Spieler zu erstellen und mehr oder minder aufeinander abgestimmt auflaufen zu lassen. Das kann auch mal im totalen Chaos enden – und im prächtigen Durcheinander-Reden beim Online-Zock mit seinen Kumpels.

Herzstück ist wie gewohnt „Ultimate Team“, das den Traum von der idealen Mannschaft verwirklichen soll. Diese erweitert man sukzessive um immer bessere Spielerinnen und Spieler, die sich dann mit anderen messen. Begleitet wird das Ganze von einer Sammelkarten-Logik, die gerade bei jungen Spielerinnen und Spielern durchaus eine Art Suchtfaktor auslösen kann. Obacht: Die Entwickler verlocken gerade in diesem Modus die Fangemeinde zu teuren Investitionen…

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