ECKWARDERHöRNE - Feierlich enthüllt wurde jetzt das neue „Lustereck“ am Außendeich in Eckwarderhörne. Im Beisein etlicher Bürger begrüßte Gerd Bruns, ehemaliger BiBu-Vorsitzender und Mitinitiator, die Kunstinteressierten und Sponsoren.
Die Zusammenarbeit mit den Bürgern bei diesem zweiten Projekt der Hörstuhlreihe sei sehr toll gewesen, machte Gerd Bruns deutlich. Wenn dies überall so funktionieren würde, bräuchte man sich um Butjadingen keine Sorgen zu machen, fügte er hinzu. Angesichts der relativ kurzen Zeitspanne, in der das Projekt verwirklicht worden sei, sei die Zusammenarbeit mit den Bürgern und die Umsetzung ein Verdienst aller. Dass die Menschen in Butjadingen mehr zusammenrücken müssten, um gemeinsam etwas erreichen zu können, wünscht sich Gerd Bruns. Die Arbeit im Team mit den beiden Künstlerinnen Bärbel Deharde und Ute Extra sei ebenfalls sehr produktiv gewesen. Er dankte vor allem Ewald Deharde für seine technische Unterstützung des neuen „Lusterecks“.
Weil das Projekt nicht wie erwartet 16 000 Euro sondern vielmehr 18 800 Euro gekostet hat, mussten kurzfristig noch Sponsoren gewonnen werden. Dies gelang unter anderem mit der Jade-WeserPort GmbH und dem spontanen Spendenaufruf des Bürgervereins Eckwarden, so dass die restliche Summe fast vollständig zusammenkam. „Der Standort ist ein Sahnestückchen“, sagte Bärbel Deharde stolz und freute sich über die gute Zusammenarbeit mit dem II. Oldenburgischen Deichband, der den exponierten Standort vor dem Deich zur Verfügung stellte.
Bärbel Deharde lobte die konstruktive Zusammmenarbeit mit den Bürgern Eckwardens, die aktiv an gestalterischen Prozessen beteiligt waren. Sie erläuterte den Zuschauern nach der Enthüllung der Skulptur die Bedeutung der einzelnen Elemente. Die ausgegeklappte Figur, die aus dem Stahl geschnitten ist, symbolisiere das Heraustreten in die Welt, das Treffen anderer Kulturen. Nicht zufällig befindet sich gegenüber der Skulptur auf der anderen Seite des Jadebusens der JadeWeser-Port. Der aus Edelstahl gefertigte geschwungene Pfeil symbolisiert den Weg, den Menschen beschreiten und der nicht immer geradlinig verläuft.
Der Hörstuhl bietet natürlich auch einige vertiefende Texte, deren Bedeutung die Musikerin Ute Extra erläuterte. Die von Sylva Springer und Horst Mendroch eingesprochenen Texte befassen sich mit der Historie Eckwardens, mit Arngast und dem Fährverkehr, mit dem Massenkonsum und dem Wattenmeer. Komponierte Klangreihen, atmosphärische Collagen und authentische Gesprächselemente bilden den musikalischen Hintergrund der Texte, die per Knopfdruck aufgerufen werden können.
Bis zur letzten Minute arbeiteten die Künstler und ihre Helfer an dem „Vertellstohl“. Die letzten Texte hatten erst am Abend zuvor in die Hardware eingelesen werden können. Um so mehr freute es alle Mitwirkenden, dass der „Vertellstohl“ am Sonnabend bei einem Glas Sekt endlich enthüllt werden konnte.
