ECKWARDERSIEL - „Da hinter den Kormoranen, das sind Pfeifenten“, erklärt Gästeführerin Gisela Bargmann, während die zehn Teilnehmer der Deichwanderung durch ihre Ferngläser auf die Pütten schauen.
Verschiedene Federkleider
Schließlich gibt es dort derzeit, während der Zugvogeltage, viele unterschiedliche Federkleider zu entdecken und bewundern. Daher bietet das Nationalpark-Haus Fedderwardersiel am Mittwochmorgen diese besondere Wanderung am Deich in Eckwardersiel an.
Die Vogelbeobachter sind mit Begeisterung dabei. Unter ihnen sind auch ein Paar aus Hessen und eine Biologin aus Köln; diese hat am Vortag bereits in Cuxhaven Zugvögel beobachtet, am nächsten Tag will sie nach Langeoog.
„Hier habe ich noch nie Vögel beobachtet“, erzählt Christine Hoffmann, „aber schon auf Spiekeroog und Fehmarn“, ergänzt ihr Mann Jürgen Ruffert. Warum die beiden Eckwarder an der Wanderung teilnehmen? „Wir mögen die Tiere und wollen was lernen“, erklärt Christine Hoffmann.
Bevor es mit dem Bollerwagen auf den Deich geht an diesem sonnigen Morgen, bittet Gisela Bargmann, die bereits im dritten Jahr solche Vogel-Beobachtungen führt, jeden Teilnehmer, seinen Lieblingsvogel zu nennen – Rotschenkel und Austernfischer sind zum Beispiel dabei. Außerdem bekommt jeder einen kleinen selbst gebastelten Vogel zum Anstecken überreicht. Auf einem kleinen aufblasbaren Globus zeigt die Gästeführerin, welchen Weg die Zugvögel überhaupt zurücklegen.
Die ersten Informationen über einzelne Vögel, die die Gäste später sowohl mit Fernglas als auch durch das Spektiv beobachten können, gibt es von der Vogel-Expertin auch schon: „Die Eiderente hat einen Magen, der eine ganz hinuntergeschlungene Muschel zerreiben kann.“ Und die Pfuhlschnepfe könne mehrere tausend Kilometer zurücklegen, um an ihr Brutgebiet zu kommen.
Durch das Spektiv blicken
Im Bollerwagen hat die Fedderwardersielerin Broschüren und Bücher über die Vögel an der Küste dabei. „Die mit dem Ringel, das sind Brandgänse“, ruft eine Teilnehmerin, als sie das Bild im Buch mit dem Tier vergleicht, das sie durchs Fernglas sieht. Vor dem Spektiv diskutieren zwei weitere Teilnehmer derweil über ihre Aussichten: „Das da hinten sind bestimmt Löffelenten, hinter den Graugänsen ist auch irgendwas.“ – „Das waren ganz klar Nilgänse.“
