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Abschied Multitalent mit Herz für junge Leute

EDEWECHT - Er hat die kirchliche Jugendarbeit in Edewecht (mit-)aufgebaut, (mit-)gestaltet und geprägt, versteht es, (junge) Leute zu begeistern, anzuleiten und auszubilden und Menschen aus verschiedenen Bereichen für gemeinsame Aktivitäten zueinander zu führen: Volker Austein, Diakon im Evangelischen Kreisjugenddienst Ammerland und Ansprechpartner für die Jugendarbeit in den lutherischen Kirchengemeinden Edewecht und Friedrichsfehn-Petersfehn, verlässt nach fast 25-jähriger Tätigkeit das Ammerland.

Der gebürtige Bremerhavener kehrt aus persönlichen Gründen in sein Heimatbundesland zurück: In Bremen wird er ab 1. Januar 2012 kirchliche Jugendarbeit in der evangelischen St. Lukas-Gemeinde in Grolland und sozialdiakonische Arbeit in der Bonhoeffer-Gemeinde in Huchting leisten.

Große Fußstapfen

Die Fußstapfen, die der Diakon, Theologe und Musikwissenschaftler hinterlässt, sind groß: Volker Austein ist ein Multitalent, das sich während seiner Edewechter Zeit dienstlich und privat in vielen Bereichen in und außerhalb von Kirche engagierte.

Mit der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit ist Austeins Name in Edewecht eng verknüpft: Projekte, Freizeiten, Seminare, das Gestalten von Kinder- und Jugendgottesdiensten (neben generationsübergreifenden Familiengottesdiensten), musische Angebote für Jugendliche, Schulungen ehrenamtlicher (jugendlicher) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitet, Konfirmandenarbeit, Jugendkulturarbeit – das war der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Diakon.

Doch Austeins Arbeit war mehr: Kirchliche Jugendarbeit soll sich nach seinem Selbstverständnis nicht mit sich selbst beschäftigen, sondern stets auch die Probleme des Gemeinwesens im Blick behalten: Austein arbeitete mit Schulen zusammen, engagierte sich im Kreisjugendring, im Jugendhilfeausschuss und im Edewechter Präventionsrat, leitete eine internationalen Jugendgruppe des Deutsch-Ausländischen Freundschaftsvereins mit einem jungen Türken und gründete das „Russisch-Deutschen Roulette“, über das sich junge Russlanddeutsche und Deutsche austauschten und versuchten, gegenseitige Vorurteile abzubauen. Ein besonderes Anliegen war und ist dem Diakon ferner das Aufarbeiten und Nicht-Vergessen der jüngsten deutschen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus.

Vielfältiges Engagement

„Menschen, die sich in der Jugendarbeit oder überhaupt in der Arbeit mit Menschen engagieren, sollten auch etwas zu lehren haben und vieles können, sollten – von den Fähigkeiten her – so eine Art James Bond sein“, beschreibt er sein Berufsbild und schränkt sofort ein, dass „man James Bonds Frauengeschichten natürlich außen vor lassen sollte“. Aber Austeins James-Bond-Vergleich ist nicht von der Hand zu weisen: Jemand sein, der (voller Gottvertrauen und mit religiöser Ernsthaftigkeit) sich stets neuen Herausforderungen und Projekten stellt, der mit anderen (Hauptamtlichen und Nebenamtlichen) neue Wege sucht, mit und von anderen lernen will und Grenzen auslotet, der stets über den „Tellerrand“ schauen will, der Fähigkeiten entdecken und entwicklen will und diese in den Dienst einer guten Sache stellt – das skizziert das vielfältige Engagement des 53-Jährigen.

Der hauptamtliche Arbeitsplatz Kirche war nur eines von Austeins Betätigungsfeldern: Die Musik, die ihn neben der Theologie ein berufsbegleitenden Studium an der Oldenburger Universität absolvieren ließ, ist seine Leidenschaft: Austein singt im Edewechter Gospelchores, dessen Gründung er mit anregte, er spielt im Oldenburger Folklore-Ensemble Balagan, das sich auf Klezmer-Musik spezialisiert hat, organisierte Folk-Sessions bei Hempen Fied in Ekern, initiierte ein Straßenmusik-Projekt mit Jugendlichen, arrangierte jährliche Gitarrenseminare und vieles mehr.

Im Edewechter Eine-Welt-Verein arbeitete er ehrenamtlich für sein Verständnis von einer gerechteren Welt, sportlich aktiv war er obendrein beim Fußball und Tischtennis und dem „königlichen Spiel“ Schach kann er auch allerlei abgewinnen. Derzeit, so sagt er, pendele er zwischen zwei Welten, zwischen Abschied und Neubeginn, bevor für ihn zu Jahresbeginn in Bremen ein neues, sicherlich vielfältiges und vielschichtiges Lebenskapitel beginnt.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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