EDEWECHT - Angefangen hat alles mit dem Abmalen von Pop- und Film-Stars, die auf Postern abgebildet waren. Damals war Tanja Bosse elf Jahre alt, als sie einen Bleistift zur Hand nahm und Gesichter nachzeichnete. Seit gut zwei Jahren portraitiert die inzwischen 19-Jährige Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach Fotovorlagen – jetzt allerdings mit Kohlestiften.

Schon als Kind hatte die Edewechterin gern und viel gemalt. Mit sieben Jahren schaute sie während eines Urlaubs einer Portraitmalerin bei deren Arbeit zu. Das fand das Mädchen so faszinierend, dass es dort einige Stunden verbrachte, ohne dass es ihr langweilig wurde. Und dieses Erlebnis hat Tanja Bosse geprägt. Denn die Portraitmalerei wurde ihr Hobby.

Die Konturen, die Ausdrucksstärke der Gesichter, die Übergänge durch Linien, die unterschiedlichen Schattierungen und Stärken der Striche – alles hat sich Tanja selbst beigebracht und weiter entwickelt. Und die junge Frau hat sich auch nicht gescheut, sich von anderen Techniken abzuschauen. Einiges gelernt über die Malerei hat sie obendrein im Jugendatelier der Kunstschule „Klecks“ in Oldenburg.

Nach Ausstellungen bei der „Zwischen-Art“ in Bad Zwischenahn und in Rastede (hier gehört Tanja Bosse zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Rasteder Künstler“) hat sich die junge Frau nun neuen Herausforderungen zugewendet. Zwar ist sie ihrem Schwerpunkt Portraitmalerei treu geblieben, doch jetzt verwendet sie auch Acrylfarben.

„Es sind schon große Unterschiede zur Kohlezeichnung, die dabei stilistisch zu bewältigen sind“, sagt sie. Auch die neuen Werke wurden von den Betrachtern derart positiv aufgenommen, dass Tanja Bosse sich auch in diesem Stil weiter ausprobieren möchte. Und durch den Erfolg ist ihr Ehrgeiz gestiegen. Die junge Edewechterin kann es sich durchaus vorstellen, auch Bilder in Öl zu malen.

Für ihre Teilnahme an Ausstellungen hat sich die Gymnasiastin aus Friedrichsfehn einen Fundus an Bildern angelegt, die hauptsächlich aus Portraits von Menschen bestehen, aber auch einige Tiere zeigen. Um ein Werk zu fertigen, braucht die junge Frau ungefähr zehn Stunden. Da ein Großteil ihrer Werke Auftragsarbeiten sind, liefert sie die Bilder erst ab, wenn sie selbst damit zufrieden ist. Bei der Urteilsfindung hilft da manches Mal auch ihre Mutter Renate.

Ihr Hobby möchte Tanja nach dem Abitur – schon bald stehen die entsprechenden Prüfungen an – auch beruflich nutzen. Die 19-Jährige bewirbt sich zurzeit für das Studium „Kommunikationsdesign“ und ist aufgefordert worden, 20 Bilder zu dem vorgegebenen Thema „Zeit“ einzureichen. Vielseitigkeit, verschiedene Techniken und Ideen seien dabei gefordert. Auch dieser Herausforderung will sie sich stellen. Wie sie es vor acht Jahren tat, als sie mit Bleistiftportraits begann und es bis heute zu einer für ihr Alter sehr erfolgreichen Portraitmalerin brachte.